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Edward Enninful Chefredakteur der britischen "Vogue" wird abgewiesen – weil er schwarz ist

Edward Enninful ist Chefredakteur der britischen "Vogue"
Edward Enninful (M.) mit Model Karlie Kloss (l.) und Moderatorin Oprah Winfrey bei der französischen Modewoche
© Pascal Le Segretain / Getty Images
Er wollte zur Arbeit gehen, doch er durfte das Verlagsgebäude nicht betreten: Edward Enninful ist seit 2017 der Chefredakteur der britischen "Vogue". Auf Twitter berichtet er nun von einer rassistischen Anfeindung.

Er ist träger des Ritterordens "Officer of the Order of the British Empire", kurz OBE, und seit 2017 Chefredakteur der britischen "Vogue". Aber es gibt offenbar immer noch Mitarbeiter, die Edward Enninful nicht kennen. Der 48-Jährige berichtet auf seinem Twitter-Account von einem Vorfall, der sich vor dem Londoner Verlagsgebäude ereignet hat. Demnach wollte Enninful das Haus im Stadtteil Mayfair betreten, dort, wo die Modezeitschrift seit Jahrzehnten produziert wird. Doch der Chef des Magazins scheiterte am Türsteher. Der hielt ihn für einen Lieferanten und schickte ihn zum Dienstboteneingang. Enninful ist überzeugt, dass er abgelehnt wurde, weil er schwarz ist. Auf Twitter spricht er von Racial Profiling.Der Designer wurde 1972 in Ghana geboren, zog aber als Kind mit seinen Eltern und seinen fünf Geschwistern nach Großbritannien. Im Alter von 16 Jahren wurde er auf der Straße als Model entdeckt. Wenig später kam er zu der britischen Modezeitschrift "i-D" und wurde als 18-Jähriger zum Fashion Director befördert.

Edward Enninful arbeitete mit Herzogin Meghan

Im Laufe seiner 20-jährigen Karriere in der Modebranche arbeitete Enninful für die italienische und die amerikanische "Vogue", das Magazin "W" sowie zahlreiche Designern, denen er zu bahnbrechenden Werbekampagnen und Fashion Shows verhalf. 2017 wurde er schließlich der Nachfolger von Alexandra Shulman, die die britische "Vogue" 25 Jahre lang als Chefredakteurin geführt hatte. Enninful ist der erste Mann auf diesem Posten - und der erste Schwarze. Unter ihm ist die britische "Vogue" so erfolgreich wie nie zuvor, im vergangenen Jahr verantwortete er gemeinsam mit Herzogin Meghan die September-Ausgabe.

Der Verlag Condé Nast hat auf den aktuellen Vorfall reagiert und den Türsteher entlassen. Enninful schreibt auf seinem Instagram-Account: "Nur weil sich unsere Zeitpläne und Wochenenden wieder normalisieren, können wir nicht zulassen, dass die Welt wieder so wird, wie sie war. Der Wandel muss jetzt stattfinden. Das zeigt nur, dass es manchmal egal ist, was man im Laufe seines Lebens erreicht hat: Das erste, worüber einige Leute urteilen werden, ist die Hautfarbe."

Seine gute Freundin Naomi Campbell, die sich seit Langem gegen Rassimus stark macht, ergänzte: "Wann wird sich das endlich ändern? In Großbritannien geschieht das schon so lange. Es tut mir so leid, dass du das durchmachen musstest. Lass dich davon nicht abschrecken. Bleib stark."

Quellen: Edward Enninful TwitterEdward Enninful Instagram

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jum

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