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Eklat in Las Vegas: George Clooney beschimpft Hotel-Mogul als Arschloch

Bei einem Fünf-Gänge-Menü in Las Vegas kommt es zum Eklat: Hollywood-Star George Clooney stürmt aus dem Restaurant, nachdem Gastgeber Steve Wynn Clooney-Kumpel Barack Obama verunglimpft hat.

Von Frank Siering, Los Angeles

Jede Geschichte hat bekanntlich zwei Seiten. Da ist die eine, die Hotel-Tycoon Steve Wynn erzählt. Und dann ist da jene, die sein neuer Intimfeind George Clooney seit gestern über die Branchenblätter in Hollywood verbreiten lässt.

Aber der Reihe nach. Fakt ist, Clooney lässt sich gerne mal einladen und betören. Klar, als Hollywood-Megastar ist er es gewohnt, dass man ihm Honig um den nicht vorhandenen Bart schmiert. Doch wehe dem, der es wagt, dem Serien-Bachelor mal ungnädig ins Wort zu fallen.

Und genau das hat sich wohl Steve Wynn, fast blinder Hotel-Milliardär mit Schäferhund-Tick und Republikaner-Parteibuch in der Tasche, jetzt erlaubt. Tatort: Das noble Botero-Restaurant im Wynn Encore Hotel.

Der Tequila floss in Strömen

Angeblich, so Wynn gegenüber dem Las Vegas Review-Journal, floss der Tequila in Strömen. Clooney sei ein großer Freund des Getränks. Dann habe irgendwann einer am Tisch einen Witz über Michael Gorbatschow gerissen. Wynn lachte, Clooney nicht.

Als nächstes wurde Barack Obama und dessen "Affordable Care Act", also die hoch umstrittene und immer noch heiß diskutierte Gesundheitsreform, diskutiert. Und dann passierte es: Wynn, kein Freund von Obama und dessen Politik, habe angeblich gesagt, dass er die Reform nicht unterstützt. Daraufhin habe "Tequila-George" geraunt, dass der Präsident ein "enger und langjähriger Freund" von ihm sei und er es nicht gut findet, dass Wynn ihn so kritisiert. Wynn legte dem Bericht zufolge angeblich noch einen drauf und nannte Obama "ein Arschloch". Clooney reichte es in diesem Moment. Er habe Wynn ebenfalls als "Arschloch" und als "Jackass" bezeichnet, sei wutentbrannt vom Tisch aufgestanden und vom Ort des Geschehens geflüchtet.

"Ein lustiger Typ, wenn er nüchtern ist"

Wynn sagte dem Las Vegas Review-Journal anschließend: "Wenn er (George Clooney) trinkt, dann hält er sich für einen ganz engen Freund des Präsidenten."

Und weiter: "Clooney ist ein lustiger Typ, wenn er nüchtern ist. Aber wenn du mit ihm einen Heben gehst, dann solltest du früh kommen und nicht allzu lange bleiben." Und mit ein wenig Zynismus fügte er noch hinzu: "Jeder im Casino-Business weiß, dass man Schauspieler nicht so ernst nehmen sollte."

Clooney wehrte sich gegen die Anfeindungen von Wynn. Er sagte nach dem Eklat beim Nobel-Dinner (das im übrigen auf die Rechnung von Wynn ging): "Er nannte den Präsidenten ein Arschloch - das ist Fakt. Und ich habe gesagt, dass der Präsident ein langjähriger Freund von mir ist. Und dann bin ich gegangen", so Clooney.

Nach Meinung des "Monuments Men"-Star ging es nicht wirklich um eine politische Auseinandersetzung. "Es drehte sich nicht um Politik, sondern vielmehr um Charakter", so der 52-jährige Schauspieler.