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Enthüllungsbuch: Britney Spears mit 14 entjungfert

An Skandalen hat es Familie Spears nie gemangelt: Britney scherte sich öffentlich eine Glatze, ihre kleine Schwester Jamie Lynn wurde mit 17 Mutter. Zu allem Überfluss erscheinen nun die Memoiren von Mutter Lynne Spears. Darin verbreitet sie weitere peinliche Episoden.

Von Frank Siering, Los Angeles

Die Frau im besten Alter steht am Fenster und lugt hinter der Gardine hervor. Das Foto auf dem Buchdeckel soll Wärme und Fürsorge verbreiten und erinnert doch eher an eine Szene aus dem Film "Psycho". Vor allem, wenn man etwas genauer hinsieht und feststellen muss, dass die Gardinen-Dame Lynne Spears ist. Bisher eher bekannt als Mutter von Superstar Britney und Teenager-Mama Jamie Lynn Spears. Bis jetzt. Nun drängt sie mit ihrem Buch "Through the Storm", das heute mit voller PR-Wucht auf den amerikanischen Buchmarkt knallt, selbst ins Rampenlicht. Darin will Mama Spears mit "groben Vorurteilen aufräumen", die sich immer wieder um ihre Person ranken. Mama Spears verspricht, zwischen den Buchdeckeln die "Wahrheit und nichts als die Wahrheit" zu enthüllen. Ein schonungsloser Bericht über ihr Leben als Mutter zweier Ikonen der amerikanischen Popkultur soll das Buch sein. Ihr Sohn Bryan, 31, findet in dem Buch hingegen kaum Erwähnung.

Herausgekommen ist ein 211 Seiten starkes Werk, vollgestopft mit niedlichen Kinder- und Familienfotos, in dem Lynne Spears klarzustellen versucht, dass sie nicht die Mutter ist, für die sie so viele Kritiker halten: eine ehemalige Lehrerin, die ihre Kinder viel zu früh in den Rachen der Entertainment-Industrie geworfen hat, ohne Rücksicht auf Verluste. Eine Mutter, die es zuließ, dass Britney Spears schon mit zwölf Jahren zum Teil 14 Stunden am Tag arbeiten musste und dabei ihre Jugend an sich vorbeiziehen sah. Eine Mutter, die nicht eingriff, als Britney mit kahlgeschorenem Kopf am Gehsteig saß und von der Polizei zwangsweise in ein Krankenhaus eingewiesen werden musste.

Lynne Spears trieb nicht nur Britney von Kindesbeinen an zu Höchstleistungen, auch ihre jüngere Tochter, Jamie Lynn, sollte minderjährig das Tanzen, Singen und Schauspielern perfekt beherrschen. Vor wenigen Monaten wurde Jamie Lynn Mutter - mit 17 Jahren. Die Rebellion eines vernachlässigten Kindes?

Ihre Kinder haben stets "die beste Fürsorge und Liebe" erhalten

Mitnichten, behauptet Mutter und Autorin Lynne Spears. Ihre Kinder hätten immer "die beste Fürsorge und Liebe" von ihr erhalten. Zu dem Vorwurf, sie habe ihre beiden Töchter ins schnelllebige Entertainment-Geschäft geschubst, um egoistische Motive zu befriedigen, schreibt sie: "Ich hatte niemals die Absicht, vom Erfolg meiner Kinder zu profitieren. Ich war nur auf der Gehaltsliste meiner Tochter Britney, als ich ihr mit dem Fanclub und der Website geholfen habe." Dann greift sie, wie bei amerikanischen "Stage-Moms" so üblich, in die emotionale Tränenkiste und erzählt den Lesern, dass Britney schon als Dreijährige den Wunsch hatte, irgendwann einmal am Broadway aufzutreten. "Sie war ein kleines Mädchen mit viel Selbstvertrauen, sehr extrovertiert, mit offensichtlichen musikalischen Talenten", so Lynne Spears.

Mit dem Erfolg von Britney musste aber auch eine sonst "sehr strenge Mutter", wie Lynne es angeblich war, schnell erkennen, dass sie immer "machtloser" wurde. Als das Magazin "Rolling Stone" im Jahre 1999 ein Cover auf den Markt brachte, das Britney in Unterhose und BH zeigte, war die schreibende Mama genauso "geschockt" wie an dem Tag, da ihr die jüngere Tochter Jamie Lynne eröffnete, schwanger zu sein.

Mehr als nur Händchenhalten mit Justin Timberlake

Im Grunde also war sie hilflos, konnte doch gar nichts machen, als nur zuschauen und Bauklötze staunen. Gleichzeitig lässt Lynne Spears aber nicht unerwähnt, dass Britney ihre Unschuld trotz Jungfrauen-Gelöbnis ­ mit 14 Jahren verlor. An einen 18-jährigen Football-Spieler. Und die Sache mit Justin Timberlake? Ja, auch hier steht im Buch geschrieben, dass da durchaus mehr war als nur Händchenhalten. Warum die Mutter das über ihre Tochter ausplaudert, bleibt ohne Erklärung. Kritiker haben schon im Vorfeld der Buchveröffentlichung vermutet, dass Lynne Spears ihrem Geltungsdrang nicht widerstehen konnte und deuten solche pikanten Einzelheiten aus dem Privatleben ihrer Töchter als Zeichen, dass sie eben doch diese Rabenmutter ist, für die der Erfolg immer vor dem Wohlergehen ihrer Kinder stand.

Immerhin ist es Lynne Spears, die Kevin Federline, den Ex-Mann von Britney Spears, als einen "guten Vater" beschreibt. Sie habe sich nur immer sehr gewünscht, dass ihre Tochter und Kevin "es ein bisschen langsamer hätten angehen sollen mit der Beziehung". Federline war es, der Britney Spears die Kinder wegnehmen ließ, um auf perfide Art und Weise Geld vom einstigen Popsternchen zu erpressen. Auch der Zusammenbruch von Britney Anfang dieses Jahres bleibt nicht unerwähnt: "Es ist der schlimmste Alptraum einer Mutter. Mein Herz zersprang in eine Millionen kleine Teile, als ich den verzweifelten Ausdruck auf Britneys Gesicht sah."­ Diesen Ausdruck sah Mutter Spears ­wie Millionen andere auch in den Klatschblättern zuerst. Denn als Britney heulend im Straßengraben saß und die mütterliche Liebe so gebraucht hat, war Lynne Spears Tausende von Kilometern entfernt. Mittlerweile ist die einst kaputte Beziehung zwischen Mutter und Tochter wieder einigermaßen hergestellt. Zumindest nach außen scheint Lynne Spears nach den unzähligen Tumulten das erreicht zu haben, was sie stets anstrebte: "Ich wollte immer nur eine glückliche, gesunde und liebende Familie."

  • Frank Siering