Seit dem Tod des Schauspielers Alain Delon streiten sich dessen Kinder um sein Erbe. Bis zu seinem Tod lebte die Filmlegende zurückgezogen mit seinen Haustieren auf einem 1971 erworbenen Anwesen in Douchy im französischen Département Loiret. Tochter Anouchka wollte ihren kranken Vater in die Schweiz holen, wo er einen weiteren Wohnsitz hatte. Außerdem besaß Delon die doppelte Staatsbürgerschaft.
Tochter von Alain Delon erringt Sieg vor Gericht
Die 35-jährige Tochter argumentierte mit einer besseren medizinischen Versorgung. Ihre beiden Brüder Anthony und Alain-Fabien vermuteten, dass sie die dort geringere Erbschaftssteuer im Hinterkopf habe. Der heftige Erbschaftsstreit landete schließlich vor Gericht. Nun konnte Anouchka einen juristischen Sieg erringen: Ein Gericht verurteilte ihre Brüder am Mittwoch zu einer Geldstrafe auf Bewährung in Höhe von 1000 Euro, weil diese ein Gespräch zwischen Vater und Tochter heimlich mitgeschnitten und veröffentlicht hatten.
Die beiden Brüder im Alter von 61 und 32 Jahren wurden außerdem verurteilt, ihrer Schwester Schadenersatz in Höhe von 2000 beziehungsweise 3000 Euro zu zahlen. In dem Gespräch, etwa ein halbes Jahr vor dem Tod des Schauspielers, warnte Anouchka Delon ihren Vater, dass ihre Brüder ihm einen Betreuer zur Seite stellen wollten.
Anouchka Delon zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Sie hoffe, sich nun mit ihren Brüdern wieder vertragen zu können, sagte ihre Anwältin Axelle Schmitz.
Alain-Fabien Delon ficht außerdem das Testament des Schauspielers an, das Anouchka nach Medienberichten deutlich mehr zuspricht als ihren Brüdern. Nach Angaben aus informierten Kreisen laufen in der Schweiz Verhandlungen mit dem Ziel einer außergerichtlichen Einigung.