Eva Longoria Sexsymbol aller "Housewives"


Vom Landei zur "Hottest Female": Statt auf Bierflaschen zu schießen, badet Serienstar Eva Longoria heute in Werbeverträgen. Auch als verzweifelte Hausfrau genießt sie Luxus ohne Ende.
Von Svenja Friedrich

Von den Fans vergöttert, von den Produzenten geliebt: Seit ihrer Rolle als Gabrielle Solis in der Serie "Desperate Housewives" gehört Eva Longoria zur Liga der Top-Serienstars. Die Texanerin genießt den Platz im Rampenlicht und ist stolz, dass das US-Männermagazin "Maxim" sie zum "Hottest Female" kürte.

Dass sie einmal als Sexsymbol gelten würde, hätte sie nie gedacht, verkündet die Schauspielerin. Angeblich haben ihre Schwestern - blond und hellhäutig - sie immer als "prieta fea" (die hässliche Dunkle) bezeichnet. Sehr glaubwürdig klingt das nicht, denn immerhin begann ihre Karriere mit einem Schönheitswettbewerb: Als "Miss Corpus Christi" 1998 erhielt sie das Ticket nach Los Angeles.

Inzwischen ist ihr Gesicht auf fast jedem Magazin-Cover und in jeder Werbepause im Fernsehen zu sehen. So hat der Kosmetikgigant L'Oréal Eva Longorias Werbekraft erkannt und sie 2005 als Gesicht für seine Kampagne verpflichtet. "Maxim" feierte seine 100. Ausgabe mit einem Abbild der Texanerin - auf einer 23 mal 33 Meter großen Leinwand in der Wüste Nevada, die man sogar auf Satellitenbildern erkennen kann. Begehrt ist Eva Longoria auch in Talkshows und als Moderatorin. Erst vor kurzem moderierte sie die Latino Artistic Achievement Awards 2006 in Los Angeles und begeisterte das Publikum. In der Fernsehserie "Desperate Housewives" spielt Eva Longoria seit 2004 die verführerische Gabrielle Solis, die vom Hausfrauen-Dasein genervt ist und ihren Ehemann mit dem Gärtner betrügt.

Ein texanisches "Cowgirl" in Hollywood?

Der Geldsegen, der sich durch den "Desperate Housewives"-Vertrag und die Werbeaufträge einstellt, bietet Eva Longoria reizvolle Aussichten. Mit ihren Gagen kann sie sich eine Luxusvilla in den Hollywood Hills leisten, einen Innenausstatter engagieren, Designerkleider kaufen und sich von einer fest angestellten Stylistin zurechtmachen lassen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sie von einem Casting zum nächsten rannte und Mini-Rollen in Serien spielte. Vergessen kann Eva Longoria diese Zeit allerdings nicht: Von ihrer Luxusvilla hat sie einen direkten Blick auf das Appartementgebäude, in dem sie früher wohnte. Der Zeitschrift "InStyle" beschrieb sie ihre alte Wohnung als potthässlich und die Gegend als scheußlich. "Aber ich wollte unbedingt, dass auf den Briefen, die ich nach Hause schickte, 'Hollywood California' steht."

Damit ist Eva Longorias Luxusleben das Gegenteil der Zeit ihrer Kindheit. Ganz anders als vermutet, ist sie ein Landei gewesen. Am Rande der texanischen Wüste wuchs sie auf einer Ranch in Corpus Christi auf. Ihre Mutter war Sonderschullehrerin, ihr Vater Ingenieur bei der US-Army. Beide vermittelten ihren Kindern die mexikanischen Wurzeln und ihre Naturverbundenheit. Tagelange Campingtouren und Schießen auf Bierflaschen waren Evas Longorias liebste Beschäftigungen.

Als ein richtiges texanisches "Cowgirl" sieht sich Eva Longoria aber nicht. Sie versteht sich vielmehr als Latina in der überwiegend weißen Gesellschaft der USA: Sie ist stolz auf ihr Erbe und setzt sich in der Organisation "Parents against Cancer" für eine bessere ärztliche Versorgung für krebskranke Latino-Kinder ein.

Kind oder Karriere? Oder beides?

Wie die Zukunft aussehen wird, hat Eva Longoria noch nicht deutlich vor Augen: Sie kann sich nicht zwischen Kino und Familie entscheiden. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" gibt sie an, Karriere sei interessanter als Heiraten und Kinderkriegen. Als verzweifelte Hausfrau wolle sie keinesfalls enden. Der englischen Tageszeitung "Daily Mirror" erklärte die Texanerin aber das Gegenteil: "Ich werde eher eine Familie haben, als einen Oscar gewinnen." Hausfrau und Mutter von drei oder vier Kindern wolle sie werden, sobald der Vertrag zu "Desperate Housewives" ausläuft.

Beide Statements klingen in den Ohren wie vorgestanzte Sprüche vom PR-Manager. Allerdings: Eine Eva als Workoholic wirkt überzeugender als eine Eva als Hausmütterchen. Schließlich macht keiner sich die Mühe, die Karriereleiter hochzusteigen, um dann in der Versenkung zu verschwinden.


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