EX-BOTSCHAFTER BORER »Ich hatte nie Sex mit dem Botschafter«


Überraschende Wende in der Seitensprung-Affäre zwischen dem früheren Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer, und der Parfümverkäuferin Djamila Rowe.

In der Affäre um eine angebliche außereheliche Beziehung des früheren Schweizer Botschafters in Berlin, Thomas Borer, ist es einem Bericht der »Bild am Sonntag« zu einer überraschenden Wende gekommen. Die Berliner Parfümverkäuferin habe nun eidesstattlich erklärt, doch keine Affäre mit Borer gehabt zu haben, berichtete die Zeitung.

»Ich hatte zu keinem Zeitpunkt eine sexuelle Beziehung zu Herrn Dr. Thomas Borer«, habe die Frau in der Erklärung mitgeteilt, die der Zeitung vorliege. Borer äußerte sich über die neue Entwicklung erleichtert. »Ich habe von Anfang an gesagt, dass die Geschichte konstruiert ist«, sagte er der Zeitung.

Wegen des angeblichen Seitensprungs war der 44-Jährige Anfang April in die Schlagzeilen der Boulevardpresse geraten. Borer sollte daraufhin in das Außenministerium in Bern versetzt werden. Er war nach Ansicht der Schweizer Regierung als Botschafter des Landes in Deutschland nicht mehr tragbar. Borer beendete darauf seine diplomatische Karriere und kündigte seinen Wechsel in die Wirtschaft an.

Die Berliner Parfümverkäuferin hatte die Affäre mit Äußerungen in der deutschen und schweizerischen Boulevardpresse ausgelöst. Dort hatte sie ausführlich und detailreich ihre angeblichen Begegnungen mit dem zehn Jahre älteren Borer geschildert, bei denen es nur um Sex gegangen sei. Ihr droht nach dem Zeitungsbericht nun ein Strafverfahren wegen Meineids, da sie ihre ersten Angaben ebenfalls eidesstattlich versichert hatte.

Borer hatte die Affäre mehrmals dementiert. »Meine Frau und ich sind erleichtert, dass jetzt die Wahrheit an den Tag kommt. Und ich danke den vielen Menschen, die auf meiner Seite waren«, sagte Borer der Zeitung. Der Ex-Botschafter gehört mit seiner Frau Shawne zu den schillerndsten Mitgliedern der Berliner Gesellschaft. Er hatte erst kürzlich den Aachener »Orden wider den Tierischen Ernst« erhalten.

Ringier Verlag will juristische Klärung

Nach der überraschenden Wende will der schweizerische Ringier Verlag jetzt die Justiz einschalten. »Eine juristische Klärung ist unausweichlich«, heißt es in einer am Sonntag in der »SonntagsZeitung« veröffentlichten Erklärung.

Die schweizerische Zeitung »SonntagsBlick« aus dem Ringier Verlag habe mit allen Mitteln eine »Abschussgeschichte« recherchieren wollen, deren Ziel die Abberufung des Botschafters aus Berlin gewesen sei. Rowe begründete ihre früheren Aussagen damit, dass sie »massiv unter Druck gesetzt« und ihr ein hoher Geldbetrag angeboten worden sei.

Der Ringier Verlag, dessen »SonntagsBlick« die Affäre Borer ins Rollen gebracht hatte, weist die neue Aussage von Rowe »in allen Teilen zurück«. Vor drei Monaten war der damalige Botschafter der Schweiz über die Sex-Vorwürfe von Rowe gestürzt. Damals hatte sie dem »SonntagsBlick« - ebenfalls eidesstattlich - versichert, dass sie eine Affäre mit dem Botschafter hatte. Borer beendete seine diplomatische Karriere, nachdem das Außenministerium als Konsequenz eine Rückversetzung nach Bern angeordnet hatte.


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