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Familienstreit eskaliert: Katherine Jackson verliert Sorgerecht für Michaels Kinder

Nächste Runde im Jackson-Drama: Nach ihrem tagelangen Verschwinden hat Michaels Mutter Katherine die Vormundschaft für die Kinder des "King of Pop" verloren. Die 82-Jährige zeigt sich tief betroffen.

Auch drei Jahre nach dem Tod von Michael Jackson findet seine Familie - allen voran seine Kinder - keine Ruhe. Ein Gericht in Los Angeles entzog am Mittwoch Jacksons Mutter Katherine vorübergehend das Sorgerecht für die drei Kinder, nachdem die 82-Jährige tagelang ohne jedes Lebenszeichen von zu Hause verschwunden war. Für Prince, Paris und Blanket sorgt nun Michael Jacksons Neffe TJ Jackson - er soll ihnen sehr nahestehen.

Der Gerichtsentscheidung war ein mehrtägiges Drama um den Aufenthaltsort von Katherine Jackson vorausgegangen. Einige Familienmitglieder hatten sie als vermisst gemeldet, auch die 14-jährige Paris hatte sich vergangenes Wochenende über den Online-Dienst Twitter eingeschaltet. "Meine Großmutter wird vermisst. Ich habe mit ihr seit einer Woche nicht gesprochen und möchte, dass sie nach Hause kommt", schrieb sie. Am Dienstag twitterte sie: "Wer immer das war, er wird dafür zahlen müssen".

Andere Angehörige des Jackson-Clans wiesen die Darstellung zurück, Katherine werde vermisst. Michael Jacksons Bruder Jermaine twitterte, seine Mutter halte sich auf Anweisung ihres Doktors zur Kur in Arizona auf; sie habe nach einem leichten Schlaganfall eine kleine Auszeit nehmen müssen. Der Promi-Webseite "TMZ" zufolge soll die 82-Jährige nun wieder auf das Familienanwesen in Los Angeles zurückkehren.

Großmutter spricht von einem "einen Haufen Lügen"

In einem Interview mit ABC News meldete sich am Mittwochabend Katherine Jackson selbst zu Wort. Sie habe lediglich ein paar Tage Urlaub genommen, um sich zu erholen, und wollte dabei auch von keinem Anruf gestört werden, bestätigte sie. Ihr gehe es gut. Gerüchte, sie sei von ihren Kindern entführt worden, seien falsch - "sie würden mir so etwas nie antun". Die Sorgerechtsentscheidung des Gerichts habe sie sehr getroffen, sagte die 82-Jährige weiter und versicherte, das Urteil der Richter stütze sich auf "einen Haufen Lügen". Anwälte von Katherine und TJ Jackson hatten zuvor ausgesagt, sie glaubten, die Matriarchin des Clans sei nicht ganz freiwillig verschwunden. TJ, der Sohn von Jacksons Bruder Tito, sagte, das jüngste Telefonat mit seiner Großmutter sei seltsam gewesen. "So hat meine Großmutter noch nie geklungen", berichtete der 34-Jährige. "Ich stellte ihr einfache Fragen, aber sie wirkte nicht ganz bei der Sache".

Jacko-Geschwister halten Testament für gefälscht

In den Medien wurde in den vergangenen Tagen spekuliert, Katherine Jackson könnte von den eigenen Kindern entführt worden sein aus Wut darüber, dass sie vom "King of Pop" nichts geerbt hatten. Am 17. Juli hatten fünf seiner Geschwister den Verwaltern seines Nachlasses vorgeworfen, seine Unterschrift unter dem Testament von 2002 gefälscht zu haben. Der im Internet veröffentlichte Brief war von Randy, Jermaine, Rebbie, Janet und Tito unterzeichnet - letzterer distanzierte sich inzwischen aber wieder davon.

Michael Jackson war im Juni 2009 an einer Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gestorben. Der Sänger hatte in dem Testament sein gesamtes Vermögen seiner Mutter, seinen drei Kindern und wohltätigen Organisationen vermacht. Sein Vater ging ebenso wie seine Brüder und Schwestern leer aus.

mad/DPA/AFP / DPA