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Freitod von Mick Werup: Fans und Witta Pohl wollen Beerdigung bezahlen

Nicht mal für seine Beerdigung ist Geld da: "Drombusch"-Schauspieler Mick Werup, der sich am Freitag erhängt hatte, lebte zuletzt von Hartz IV. Fans sammeln jetzt für sein Begräbnis. Und auch Witta Pohl will helfen.

Fünf Tage nach dem Tod von "Drombusch"-Schauspieler Mick Werup haben seine Fans Angst, er könnte anonym begraben werden. Auf der Fanpage der Serie "Diese Drombusch" wurde ein Spendenaufruf gestartet. Auch Werups ehemalige Film-Mutter Witta Pohl hat bereits ihre Hilfe zugesagt.

"Viele von euch haben in der Presse gelesen, dass Mick Werup am Ende seines Lebens finanzielle Sorgen hatte", heißt es auf der Seite www.drombuschs.de. "Die logische Folge wären eine 'Armen-Beerdigung' - was bedeuten würde, dass er möglicherweise irgendwo anonym begraben wird. Dies hat er nicht verdient und wir sollten alles dafür tun, um dies zu verhindern", schreibt der Leiter der Fanpage, Marco Huber, und ruft zu Spenden auf.

Werup lebte von Hartz IV

Mick Werup, der mit bürgerlichem Namen Jürgen Marvin hieß, hatte sich am vergangenen Freitag auf dem Dachboden seines Wohnhauses erhängt. Er hat kein Geld hinterlassen, um die Beerdigung zu finanzieren. Zuletzt lebte der 52-Jährige von Hartz-IV-Unterstützung in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel gelebt. Engagements als Schauspieler hatte er offenbar keine mehr. Auch seine Freundin soll finanziell nicht in der Lage sein, die Beerdigung zu bezahlen.

Nun hat sich Witta Pohl bereit erklärt, für die Kosten der Beerdigung aufzukommen. "Ich will nur in Würde von ihm Abschied nehmen. Und wenn kein Geld mehr da ist, bezahle ich die Beerdigung. Denn er war im Leben auch immer für mich da", sagte die 73-Jährige der "Bild-Zeitung". Von 1983 bis 1992 spielte Pohl in "Diese Drombuschs" an der Seite von Werup, der in der Serie ihren Sohn Chris Drombusch verkörperte.

Pohl und Werup verband ein freundschaftliches Verhältnis. "Ich kann einfach nicht glauben, dass er nicht mehr da ist", sagte Pohl. Seit seinem Tod habe sie kaum geschlafen und grübele, warum er von uns gegangen sei. Noch an seinem Todestag plante Werup offenbar einen Besuch bei der Wahl-Hamburgerin. "Ich wartete und wartete, doch er kam nicht. Da wusste ich, es muss etwas Schlimmes passiert sein", sagte Pohl.

Werup drehte Videos in schrillen Pilotenuniformen

Werups finanzielle Sorgen waren wohl einer der Gründe, warum er sich zum Selbstmord entschlossen hatte. Außerdem soll der ehemalige "Drombusch"-Star, der sich zuletzt als schriller Performance-Künstler betätigte und in bizarren Pilotenuniformen auftrat, unter Depressionen gelitten haben. Auf seiner Seite beim sozialen Netzwerk "Facebook" schrieb er als sein Lieblingszitat: "Im Nichts ist alles möglich".

Am kommenden Mittwoch wollen seine Freunde Abschied von Mick Werup nehmen. In einem Künstleratelier im Hamburger Schanzenviertel haben sie eine kleine Feier für ihn geplant. Auf der Einladung heißt es: "Bitte Getränke selbst mitbringen."

mai
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