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GEBURTSTAG: Knef hätte 2001 fast nicht überlebt

Am Freitag wird die schwerkranke Schauspielerin 76 Jahre alt. Wegen eines Lungenschadens ist sie auf ein Sauerstoffgerät angewiesen und kann nie wieder auftreten.

Hildegard Knef hätte dieses Jahr zwei Mal beinahe nicht überlebt. Am (morgigen) Freitag feiert sie ihren 76. Geburtstag. In einem Interview der »Bild«-Zeitung sagte die Schauspielerin: »Ich bin allein in diesem Jahr zwei Mal gestorben. Physisch war ich tot. Ich war im Koma.« Sie hat das mitbekommen, »das war nicht leicht, weiß Gott nicht, und es war sehr schmerzhaft«.

Keine Auftritte mehr

Die Knef ist wegen einer starken Schädigung ihrer Lunge auf ein Sauerstoffgerät angewiesen und kann nie mehr als Schauspielerin auftreten. Auf die Frage, ob sie gern einen anderen Beruf als den der Künstlerin gehabt hätte, sagte sie: »Nein. Ich hätte nur gern Manager gehabt, die mich nicht betrogen hätten, Finanzberater, die nicht mit meinem Geld nach Caracas abgehauen wären.« Um wie viel Geld sie betrogen wurde, weiß Hildegard Knef nach eigenen Worten nicht genau. »Das geht in die Millionen.«

Kein Nationalstolz

Sie erinnerte auch daran, dass sie als erste deutsche Schauspielerin, die nach dem Krieg nach Amerika ging, »sehr geprügelt wurde« und »wirklich Ablehnung« erfuhr. Damit erklärte sie, warum sie nicht stolz darauf ist, in Deutschland geboren zu sein. Auch die Frage, ob sie stolz darauf sei, eine Deutsche zu sein, beantwortete sie mit Nein. »Ich bin nicht stolz auf irgendetwas. Wenn es einen Zufall gibt, dann ist es einer, dass man da geboren ist.«

Unverständnis äußerte die Knef über die Entwicklung des Fernsehens: »Manches ist elend. Diese Serien, die Heiterkeit verbreiten sollen und das dann nicht tun.« Talk-Shows, in denen sich Gäste über ihr Seelenleben und ihre Sexualität äußern, findet sie »degoutant«. »Dies Entblößungsshows, das ist Seelen- und Unterleibsstriptease in einer Weise, wo es bei mir anhält, wo ich nichts mehr begreife.«

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