Zwei Wochen nach ihrem dramatischen Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo konnte Lindsey Vonn (41) nun das Krankenhaus verlassen. Die Ski-Ikone meldete sich anschließend in einem emotionalen Video auf Instagram zu Wort und offenbarte Details zu ihren Verletzungen, die sogar beinahe zu einer Amputation geführt hätten.
In dem Video, das sie sichtlich gezeichnet in einem Rollstuhl zeigt, schildert die erfolgreichste Abfahrtsläuferin der Geschichte das ganze Ausmaß der Katastrophe. Es sei "mit Abstand die schwerste Verletzung", die sie je hatte.
Was zunächst nach einem schweren Bruch aussah, entwickelte sich in der Klinik zu einem medizinischen Notfall. Vonn erlitt neben einem komplizierten Trümmerbruch des Unterschenkels und einer Fraktur des rechten Knöchels ein lebensgefährliches Kompartmentsyndrom.
Bein musste beinahe amputiert werden
Dabei sorgt massiver Druck durch Einblutungen im Gewebe dafür, dass Muskeln und Nerven nicht mehr versorgt werden - ein Zustand, der unbehandelt unweigerlich zum Absterben des Gewebes führt. "Dr. Tom Hackett hat mein Bein vor der Amputation bewahrt", offenbart Vonn mit brüchiger Stimme. "Er hat es von beiden Seiten geöffnet, es 'atmen' lassen und mich gerettet."
Der rettende Eingriff dauerte rund sechs Stunden. Aufgrund des enormen Blutverlusts war eine Bluttransfusion notwendig, weshalb Vonn deutlich länger als ursprünglich geplant im Krankenhaus bleiben musste. Die Schmerzen beschreibt die 41-Jährige als kaum in Worte zu fassen: "Es war wirklich hart. So hatte ich mir das Ende meiner Olympischen Spiele nicht vorgestellt", so Vonn unter Tränen.
Weiter Weg zurück
Trotz der traumatischen Erlebnisse und der Tatsache, dass sie momentan kaum mobil ist und im Rollstuhl sitzt, zeigt Vonn ihren gewohnten Kampfgeist. Ihr Plan für die kommenden Monate sieht zunächst eine schrittweise Mobilisierung vor, um den Übergang vom Rollstuhl zu Krücken zu schaffen. Da es schätzungsweise ein Jahr dauern wird, bis die Knochen vollständig verheilt sind, muss erst danach entschieden werden, ob das eingesetzte Metall wieder entfernt wird. Zudem steht in der Zukunft noch eine weitere notwendige Operation am Kreuzband an.
Aufgeben ist für die US-Amerikanerin dennoch keine Option, denn sie betonte kämpferisch, dass sie immer weiterkämpfen werde und nichts bereue. Mit dem Vergleich zu Rocky Balboa unterstrich sie ihren Willen, wieder aufzustehen.