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Ski alpin: Vonn unschlagbar in "Lake Lindsey"

Lindsey Vonn deklassiert die Konkurrenz in Lake Louise - weil sie trotz eines krassen Fahrfehlers überlegen gewinnt. Maria Höfl-Riesch wird Sechste.

Maria Höfl-Riesch stützte sich enttäuscht auf ihre Skistöcke, Viktoria Rebensburg zuckte im Ziel der Abfahrt von Lake Louise nur mit den Schultern. Bei der Wetterlotterie in Kanada zogen die beiden deutschen Top-Alpinen nur Nieten - die übermächtige Lindsey Vonn dagegen holte bei ihrem "Rodeoritt" den Hauptgewinn. Trotz eines krassen Fahrfehlers deklassierte sie die Konkurrenz, sicherte sich den 55. Weltcupsieg ihrer Karriere und schob sich in der ewigen Bestenliste auf Rang zwei. Kleiner Trost für die Damen des Deutschen Skiverbands: Im Gegensatz zu den von vielen Verletzungen gebeutelten Herren in Beaver Creek kamen fast alle ins Ziel.

Doppel-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch wollte sich nicht beklagen über Rang sechs bei schlechter Sicht. "Man kann nicht jedes Mal, wenn es drei Flocken schneit, ein Rennen absagen. Ich hadere nicht damit, ich bin sicher auch nicht so gut gefahren", sagte die 28-Jährige. "Es ist ein solides Resultat, natürlich nicht das, was ich mir erhofft oder erwartet habe, aber ganz okay." Rebensburg konnte mit ihrem 23. Platz nicht viel anfangen: "Ich habe keine großen Fehler drin gehabt, es hat sich nicht so schlecht angefühlt. Ich bin schon etwas überrascht gewesen über die Zeit."

Gina Stechert unterstrich nach Rang 14 am Freitag ihr starkes Comeback nach zwei Jahren Verletzungspause am Samstag mit Platz 15 und sicherte sich schon nach den ersten beiden Abfahrten der Saison das WM-Ticket für Schladming. Auch deshalb war Alpin-Direktor Wolfgang Maier einverstanden mit den Resultaten: "Über die Ergebnisse der Damen kann man sich nicht beschweren." Michaela Wenig kam in ihrem zweiten Rennen auf der großen Bühne nicht ins Ziel - als einzige DSV-Starterin.

Ganz anders die Bilanz weiter südlich in den amerikanischen Rocky Mountains. Vier Athleten hatten die Herren beim zweiten Speed-Wochenende der Saison am Start - nur Andreas Sander konnte sich aber ohne Blessuren auf den Heimweg nach Europa machen. Tobias Stechert hatte sich bereits beim Lauf am Freitag verletzt. Am Sonntag dann die Diagnose in München: Prellung des Fibulaköpfchens, Knorpelverletzung im linken Knie, Operation am Montag, kaum noch Hoffnung auf die WM im Februar.

Am Samstag trugen sich noch Stephan Keppler und Josef Ferstl in die Verletztenliste ein - wenn auch mit unterschiedlich kritischen Befunden. Keppler war als Startläufer in einer Linkskurve von der Piste geflogen und nach einer langen Rutschpartie ohne Ski nahezu ungebremst im Fangzaun gelandet. "Alles okay, bloß ein paar blaue Flecken und ein kleiner Cut am Auge", sagte der 29-Jährige.

Schwerer waren die Sturzfolgen für seinen Teamkollegen. Blutverschmiert stand Ferstl im Zielraum, neben der eingedrückten Vorderzähne war auch das Nasenbein lädiert. "Es kann sein, dass der Knochen gebrochen ist", berichtete Maier nach dem ersten Weltcupsieg von Mateo Marsaglia aus Italien vor dem Norweger Aksel Lund Svindal und Hannes Reichelt aus Österreich. "Wir sind mit einer gewissen Euphorie hier angetreten, und jetzt fällt uns binnen zwei Tagen fast das ganze Team aus", klagte der Alpin-Chef.

Auch Vonn wäre bei ihrem 13. Weltcupsieg in "Lake Lindsey" beinahe im Fangzaun gelandet, korrigierte ihren Fehler aber gerade so - und verwandelte den Rückstand bei der Zwischenzeit im Ziel in 0,52 Sekunden Vorsprung auf Teamkollegin Stacey Cook. "Ich habe gedacht, das war es, denn es war sehr knapp. Gott sei Dank bin ich ins Ziel gekommen", sagte die Gesamtweltcuptitelverteidigerin, die auf ihrer Lieblingsstrecke nun seit sechs Rennen ungeschlagen ist.

kbe/DPA / DPA

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