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Gegen Bewährungsauflagen verstoßen Richterin schickt Lindsay Lohan hinter Gitter


Ein Gericht in Beverly Hills hat die skandalträchtige Lindsay Lohan zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil sie mehrfach gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat.

Als Richterin Marsha Revel das Urteil verkündete, brach Lindsay Lohan in Tränen aus: Das Hollywoodstarlet muss wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen für 90 Tage hinter Gitter. Die 24-Jährige muss ihre Strafe am 20. Juli morgens um 8.30 Uhr antreten und anschließend in einer geschlossenen Suchtklinik drei Monate auf Entzug gehen, ordnete Revel am Dienstag an.

Revel, Richterin am Gericht im Nobelort Beverly Hills in Kalifornien, befand, dass die Schauspielerin in den letzten Monaten nicht die vorgeschriebenen Kurse für Süchtige besucht hatte. Sie verglich Lohan mit jemandem, der "schummelt und glaubt, es sei nur Schummelei, wenn er erwischt wird". Dagegen meinte Lohans Verteidigerin Shawn Chapman Holley, dass ihre Mandantin lediglich sieben Mal in dem 27-wöchigen Programm eine Klasse verpasst habe.

"Ich muss allein für meinen Unterhalt sorgen"

Lohan entschuldigte ihr Fehlen unter Tränen damit, dass sie auf sich allein angewiesen sei. "Ich muss allein für meinen Unterhalt sorgen", sagte sie schluchzend, "ich muss einfach arbeiten". Sie habe die Bewährungsauflagen durchaus ernst genommen, aber wegen ihrer beruflichen Verpflichtungen nicht anders gekonnt. Lohan beteuerte: "Ich sehe das nicht als Witz, das ist mein Leben. Das ist meine Karriere und alles, wofür ich mein Leben lang gearbeitet habe."

Lohan, die zeitweise als hoffnungsvoller Hollywood-Jungstar galt, in den vergangenen Jahren dann jedoch vor allem mit Trunkenheitsfahrten, Entziehungskuren, einem exzessiven Nachtleben und diversen Affären Schlagzeilen machte, war wegen früherer Alkoholvergehen auf Bewährung frei. Im Mai 2007 war sie betrunken in eine Hecke auf dem berühmten Sunset Boulevard gefahren. Sie machte eine Alkoholtherapie, wurde aber nur zwei Monate später in Santa Monica wegen Trunkenheit am Steuer und Kokainbesitzes erneut verhaftet.

Lohan saß deswegen 84 Minuten im Gefängnis und musste zehn Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Als Teil ihrer Bewährungsauflagen musste sie zudem Kurse über den Umgang mit Alkohol besuchen. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte Revel die Bewährungsfrist um ein Jahr verlängert, weil Lohan einige Pflichtkurse verpasst und damit gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte.

Die Fußfessel bleibt

Im Mai schwänzte die Schauspielerin dann einen Gerichtstermin in Los Angeles und entschuldigte ihr Fehlen mit dem Verschwinden ihres Reisepasses. Zu diesem Zeitpunkt war Lohan bei den Filmfestspielen in Cannes. Richterin Revel ließ ihr bei der Rückkehr nach Kalifornien einen Überwachungsdetektor am Fußgelenk anlegen, der bei Alkoholkonsum Alarm schlägt. Anfang Juni lösten die Sensoren einen Alarm aus, Lohan entging nur knapp einer Verhaftung.

Zu Beginn der Verhandlung hatte Richterin Revel allerdings klar gemacht, dass es nicht um einen möglicherweise durch die Fußfessel aufgedeckten Alkoholkonsum gehe, sondern um Lohans Teilnahme an dem wöchentlich abgehaltenen Kurs. Die Fußfessel muss sie bis zum Antritt der Gefängnisstrafe anbehalten, bestimmte die Richterin.

joe/DPA/AFP DPA

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