Geplante Geiselnahme Prinz Harry soll im Irak entführt werden


Wochen vor seinem Militäreinsatz im Irak, planen islamistische Aufständische Prinz Harry zu entführen. Dazu seien bereits Bilder von Harry an Milizen verteilt worden, berichtet "The Observer". Ein Kommandeur der berüchtigten Mahdi-Armee sagte: "Mit Harry werden wir generös umgehen".

Prinz Harry mit Stahlhelm und Tarnfarbe im Gesicht. Prinz Harry betrunken. Prinz Harry in Ausgehuniform. "Sein Gesicht", sagt Abu Samir, Anführer der radikal-islamischen Gruppierung Thar- Allah (Rache Gottes), "kennen unsere Leute schon besser als das von Fußballern wie Zidane oder Ronaldinho." Etliche Bilder des Prinzen hätten Aufständische im Irak aus dem Internet heruntergeladen und massenweise verteilt, berichtete die Londoner Sonntagszeitung "The Observer". Sobald der 22-jährige Leutnant Ende Mai im Irak ankomme, werde Jagd auf ihn gemacht.

Armee: Irak-Einsatz Harrys "sehr gefährlich"

"Wo immer sie ihn hinstecken, wird er Feuer auf sich ziehen und auf alle, die mit ihm zusammen sind", zitierte die Zeitung einen hohen Armeeoffizier, der bereits drei Einsätze in der südirakischen Hafenstadt Basra hinter sich hat. Jedem in den Streitkräften sei klar, dass der Enkelsohn der britischen Königin Elizabeth II. zur "bevorzugten Schießscheibe" werde.

Auch offiziell räumt die Armee ein, dass der Irak-Einsatz des Mitglieds der königlichen Familie "sehr gefährlich ist". Doch erst jetzt scheint das ganze Ausmaß des Risikos deutlich zu werden - nicht nur für den jungen Blaublütigen, sondern auch für die britische Politik. Die Geiselnahme von 15 britischen Marinesoldaten, die vor Ostern unblutig, aber mit einem peinlichen Propagandasieg für Teheran zu Ende ging, hat Aufständische und Terroristen aller Coleur im Irak zusätzlich motiviert.

Harry drohte mit Ausstieg aus der Armee

"Mit Harry werden wir generös umgehen", prahlte Abu Zaid, ein Kommandeur der berüchtigten Mahdi-Armee, vor Reportern. "Wir werden ihn seiner Großmutter zurückgeben, aber ohne Ohren." Laut Zaid erwarten sämtliche Kämpfer seiner schiitischen Parteimiliz im Süden des Irak die Nummer drei der britischen Thronfolge mit angehaltenem Atem. "Sie wissen, dass der Prinz ihr Hauptziel ist, und sie werden ihn ins Visier nehmen und angreifen."

"Wir gehen davon aus, dass sie seinen Skalp als eine medienwirksame Trophäe haben möchten", sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Doch ein Zurück scheint es für die Militärführung und die Regierung vorerst nicht zu geben. "Ich werde nicht im Trockenen auf meinem Hintern sitzen, während meine Kameraden draußen für ihr Land kämpfen", hatte der Prinz vor einigen Monaten verkündet und sogar gedroht, den Dienst in den Streitkräften zu quittieren, sollte ihm der Irak-Einsatz versagt bleiben.

Mahdi-Armee: Prinz Harry soll lieber dem Beispiel seiner Mutter folgen

Harrys Bruder William (24) sieht seinen derzeitigen Dienst in der Armee nur als Durchgangsstation. Für ihn als künftigen König war ein Kampfeinsatz nie im Gespräch. Doch Harry könnte sich als Berufsoffizier nur um den Preis eines erheblichen Ansehensverlustes für die britische Monarchie drücken. Schließlich hatte sein Großvater, Queen-Gatte Prinz Philip, im Zweiten Weltkrieg gedient. Und Onkel Prinz Andrew hielt im Falklandkrieg den Union Jack hoch.

So hat der Prinz, der ab Ende Mai in der südirakischen Provinz Maisan eine mit leichten Panzern vom Typ "Scimitar" ausgestatteten Truppe von Aufklärern kommandieren soll, für alle Seiten im Irak- Konflikt enorme propagandistische Bedeutung. Die Extremisten der Gruppe "Rache Gottes" vergleichen ihn bereits mit dem britischen Oberstleutnant Gerard Leachman. Dieser reiste einst als Spion durch Arabien und wurde 1920 in der irakischen Stadt Falludscha getötet. Prinz Harry "sollte lieber dem Beispiel seiner Mutter Diana folgen und gegen seine imperialistische Familie rebellieren statt als Kreuzritter hierher zu kommen", tönte Abu Ahmed, ein anderer Kommandeur der Mahdi-Armee. "Sonst wird sein Blut in unserer Wüste versickern."

Thomas Burmeister/DPA DPA

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