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Gerüchte um Elisabeth II.: Die Queen und abdanken? Never, never, never!

Der Papst hat es getan. Hollands Königin Beatrix auch. Wird Queen Elizabeth II. etwa auch bald zurücktreten? Hinweise dafür gibt es. Niemals, sagt stern.de-Adelsexpertin Catrin Bartenbach.

Aus der royalen Gerüchteküche quillt mal wieder reichlich heiße Luft in Form wilder Abdankungstheorien. Grund dafür ist, dass die Queen die drei bislang unabhängig voneinander agierenden Pressestellen von ihr selbst, Thronfolger Prinz Charles und der Wales-Söhne William und Harry im Buckingham Palast zusammenfassen will.

Und dann wurde in einem Wettbüro in Windsor (von einem Beschäftigten der dortigen königlichen Residenz, so die naheliegende Vermutung) auch noch auf eine mögliche Abdankung der Queen noch in diesem Jahr die vergleichsweise hohe Summe von 200 britischen Pfund eingezahlt. Wird Charles also noch in diesem Jahr König?

Keine Rente für die Queen

Fakt ist: die Queen feiert im April ihren 88. Geburtstag und überlässt Staatsbesuche nach Übersee schon seit längerem sinnvollerweise Charles und Camilla oder der jüngeren Royals-Generation. Im Mai geht es für sie nochmal nach Frankreich und Italien, möglicherweise wird das ihre letzte offizielle Reise in Ausland sein.

Das heißt aber nicht, dass das Thema Abdankung auch nur in der Theorie zwischen Elisabeth II. und ihren Beratern diskutiert worden wäre: In England ist man Monarch auf Lebenszeit, ein Renteneintrittsalter ist nicht vorgesehen.

Edward VIII. hat 1936 mit seinem vorzeitigen Thronverzicht aus rein privaten Gründen eine Verfassungskrise ausgelöst, von der sich damals die britische Monarchie nur schwer erholt hat. Die kleine Lilibet hat die erschütternden Auswirkungen auf ihr Land und ihre Familie sehr deutlich mitbekommen. In gewisser Weise war es eine traumatische Erfahrung für sie, zusehen zu müssen, wie ihr schüchterner und zum Stottern neigender Vater sich quälen musste, die repräsentativen Pflichten seines älteren Bruders zu übernehmen, um das Vertrauen in die erste Familie des Landes wiederherzustellen.

Charles wird in die Pflicht genommen

So wird es weder in diesem noch in den nächsten Jahren eine königlche Abdankung, dafür aber einen gleitenden Übergang, eine Art Job-Sharing, geben: Kronprinz Charles wird zusammen mit Gattin Camilla einen immer größeren Anteil der mütterlichen Aufgaben übernehmen, während William und Harry wiederum ihren Vater entlasten, daher die demnächst gemeinsame Pressestelle. Insbesondere Charles' Ältester bereitet sich schon seit Anfang des Jahres durch Teilnahme an einem Kurs in Agrarökonomie an der Universität Cambridge auf die Übernahme der Verwaltungsaufgaben in der Duchy of Cornwall vor, den Gütern, die traditionell dem Prinz of Wales anvertraut werden, auf dass er sich und seine Familie aus den Einkünften ernähre (und nicht dem Steuerzahler zur Last falle).

Sollte die Königen also sehr alt und darüber etwas tüddelig werden, könnte es unter Umständen zu einer Phase der Regentschaft kommen, in der Charles offiziell alle Amtsgeschäfte übernimmt, er wäre dann aber "The Prince Regent" und nicht etwa "King Charles".

Das wird er wirklich erst nach dem Tod seiner Mutter - und die wird schon aus sportlichem Ehrgeiz mindestens bis zum 10. September 2015 durchhalten: dann hat sie nämlich Queen Victoria überholt, die 64 Jahre auf dem Thron saß. God save the queen.

Catrin Bartenbach