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Großbritannien: Prinz Charles heiratet

Die Spekulationen haben ein Ende gefunden: Prinz Charles und Camilla Parker Bowles wollen sich das Jawort geben. Trotz der Heirat mit dem Thronfolger wird Camilla keine Prinzessin.

Sie kennen sich bereits seit mehr als 30 Jahren. Jetzt soll es ein Happy End in der langjährigen Beziehung zwischen dem britischen Thronfolger Prinz Charles, 56, und Camilla Parker Bowles, 57, geben: Die beiden werden heiraten. Die Hochzeit werde in der St. Georgskapelle des Schlosses am 8. April stattfinden. Dies teilte das Büro des Prinzen am Donnerstag in London mit.

Das Ende jahrelanger Spekulationen

Mit der Bekanntgabe der Heiratsabsichten enden jahrelange Spekulationen um die Liebesbeziehung von Charles und Camilla. Das Verhältnis der beiden gilt allgemein als Grund für das Scheitern der ersten Ehe von Prinz Charles. Charles war mit Prinzessin Diana verheiratet, die 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kam. Die Ehe der beiden war ein Jahr zuvor rechtskräftig geschieden worden. Nach der Scheidung hatte der Prinz öffentlich zugegeben, seine Frau betrogen zu haben. Zwar wurde nie bekannt mit wem, doch die meisten Briten glaubten, dass Camilla Parker Bowles es war.

Mit Parker Bowles, die er 1971 kennen lernte, verband Charles zunächst eine zwei Jahre andauernde Liebesaffäre. Später heiratete sie allerdings den Kavallerie-Offizier Andrew Parker Bowles, von dem sie 1995 geschieden wurde. 1994 räumte der Thronerbe in einer Fernsehsendung ein, er und Camilla hätten ihre Affäre wieder aufgenommen, nachdem die Beziehung zu Diana unwiederbringlich zerbrochen gewesen sei. Nach Dianas Tod galt eine Heirat von Charles und Camilla allerdings lange Zeit als unwahrscheinlich.

Seit Jahren kämpft Camilla darum, die Rolle der Rivalin der beliebten Prinzessin Diana abzulegen und als Lebensgefährtin von Charles akzeptiert zu werden. Inzwischen teilt sie auch offiziell die Wohnung mit ihm in seiner Londoner Residenz Clarence House. "Die Frage ist, ob sie den vollen Status und Titel der Prinzessin von Wales erhalten wird und ob Kinder einen Rang in der Thronfolge erhalten würden", sagte der Historiker und Verfassungsexperte David Starkey. "Solange kein anderes Gesetz erlassen wird, müsste sie den Rang von Prinz Charles erhalten und am Ende Königin werden." Das Büro des Prinzen teilte allerdings mit, dass Parker Bowles nach der Hochzeit den Titel "Ihre Königliche Hoheit, die Herzogin von Cornwall" tragen. Der Titel "Prinzessin von Wales" ist offenbar noch immer zu sehr mit Diana behaftet.

Die Briten sehen es gelassen

Die britische Bevölkerung beurteilt die Beziehung der beiden mittlerweile gelassener. Nach einer Umfrage von Juni 2004 würde eine knappe Mehrheit der Briten eine Hochzeit befürworten, während vielen anderen das Thema schlicht egal ist. 32 Prozent der Briten sind danach für eine Heirat der beiden und 29 Prozent dagegen. Vor allem Frauen, ältere Leute und Angehörige der Arbeiterklasse sprachen sich gegen eine Hochzeit aus. 38 Prozent der Briten interessieren sich nicht für das Thema, wie die Umfrage der Tageszeitung "Times" damals ergab.

Reuters/AP / AP / Reuters