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Missbrauchsvorwürfe gegen Filmmogul Hauptzeugin im Weinstein-Prozess bricht vor Gericht zusammen

Schauspielerin Jessica Mann
Schauspielerin Jessica Mann ist eine der Hauptzeuginnen im Prozess gegen Harvey Weinstein
© Stephen Yang / Reuters
Schauspielerin Jessica Mann ist eine der Hauptzeuginnen im Prozess gegen Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein. Dessen Anwältin ging mit der 34-Jährigen hart ins Gericht. Mann erlitt daraufhin einen Zusammenbruch.

Am Montag kam es beim Prozess gegen Harvey Weinstein in New York zu emotionalen Szenen. Während die Hauptbelastungszeugin, das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Jessica Mann, von der Weinstein-Verteidigerin Donna Rotunno ins Kreuzverhör genommen wurde, brach die Schauspielerin emotional zusammen.

Nach ihrer belastenden Aussage vom Freitag versuchte die Anwältin laut "New York Times" nun, die Glaubwürdigkeit der Zeugin vor Gericht anzuzweifeln, was offenbar für Mann zu viel wurde.

Rotunno ließ Mann eine E-Mail vorlesen, die sie offenbar im Jahr 2014, nach dem mutmaßlichen Missbrauch durch Weinstein, ihrem damaligen Partner schrieb. Darin spricht die 34-Jährige vom gefallenen Filmmogul als eine Art Vaterfigur, die ihr viel Bestätigung gegeben hätte. Außerdem erklärte Mann in dieser E-Mail, dass sie bereits lange bevor sie Weinstein kennenlernte, sexuell missbraucht worden sei. Während sie diese Mail vorlas, brach Mann in Tränen aus.

Nervenzusammenbruch nach Verhandlung

Auch nachdem der Richter James Burke die Sitzung für eine kurze Pause unterbrechen ließ, hörte Mann nicht auf zu weinen. Burke entschied sich, die Sitzung frühzeitig zu beenden. Laut übereinstimmenden US-Medienberichten hat Mann danach einen regelrechten Nervenzusammenbruch erlitten: Sie habe hyperventiliert und aus einem Nebenraum seien laute Schreie zu hören gewesen.

Zuvor ging laut Informationen der "USA Today" die Verteidigerin mit der Zeugin hart ins Gericht. Sie warf ihr vor, freiwillig ein sexuelles Verhältnis mit Weinstein angefangen zu haben, obwohl sie ihn nicht attraktiv gefunden habe: "Sie mochten die Partys und sie mochten die Macht." Mann wiederum sagte, dass sie nur deswegen Kontakt zu Weinstein nach der mutmaßlichen Vergewaltigung hielt, weil sie Angst um ihre Karriere hatte. Sie wollte sich vor seiner Wut schützen.

Harvey Weinstein weist alle Vorwürfe zurück

Mann ist eine der beiden Hauptzeuginnen im Prozess. Seit Beginn der Anschuldigungen bestreitet Weinstein alle Vorwürfe. Im Prozess versuchen seine Verteidiger, die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen in Frage zu stellen.

Die Staatsanwaltschaft hat die Anklagepunkte wesentlich auf Mann und die Zeugin Mimi Haleyi aufgebaut. Diese hatte bereits in der vergangenen Woche geschildert, wie Weinstein sie 2006 in seinem New Yorker Apartment vergewaltigt und zum Oralsex gezwungen haben soll. 

Am Ende entscheiden die zwölf Geschworenen über Schuld oder Unschuld. Bei einer Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft. Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit auch die weltweite MeToo-Bewegung ausgelöst.

jum/DPA SpotOnNews

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