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Comedypreis-Gewinnerin: Die böse Frau aus der Schweiz: Darum ist Hazel Brugger so gut

In der "heute-show" glänzt Hazel Brugger regelmäßig mit ihren trockenen Satire-Auftritten, jetzt hat die junge Schweizerin den deutschen Comedypreis als bester Newcomer gewonnen. Warum Brugger zu Recht gehypt wird.

Hazel Brugger

"Schaut mal, wie ich abgehe", schreibt Hazel Brugger zu diesem Foto auf Facebook

Ihr Blick verrät keine Emotion, ihre Miene bleibt auch bei den dreistesten Fragen ernst: Spätestens als Hazel Brugger im vergangenen Jahr für die "heute-show" beim CDU-Parteitag ihr Unwesen trieb, fiel die Komikerin auch dem deutschen Publikum auf. Die Schweizerin brachte die Politiker mit ihrer trockenen Art abwechselnd zum Lachen oder zum Verzweifeln. Jetzt hat sie beim Deutschen Comedypreis den Newcomer-Preis gewonnen. Was macht die 23-Jährige so gut?

Das Pokerface ist ihr Markenzeichen. Wenn Hazel Brugger die Bühne betritt, dann tut sie das maximal unauffällig. Meist trägt sie Jeans und T-Shirt, die Körpersprache immer ein bisschen steif, der Gang ein bisschen schleppend, genau wie ihr schwacher schweizer Akzent. Angefangen hat sie als Poetry-Slammerin, machte sich damit schnell in ihrer Heimat einen Namen.


Dann kamen die TV-Einsätze, denn Brugger ist schlagfertig. In einer österreichischen TV-Show bat sie kürzlich um ein Glas Wasser, wurde daraufhin gefragt, ob sie keinen Alkohol trinke. "Nicht mit so vielen alten Männern gleichzeitig", antwortete sie prompt. Der Moderator war sauer, das Publikum grölte - da war Brugger noch keine 20 Sekunden auf der Bühne.

Hazel Brugger liebt Selbstironie

Als "böseste Frau der Schweiz" wird sie manchmal beschrieben, doch oft ist das, was Brugger macht, nicht böse. Es ist nur unglaublich trocken. Es ist auch deshalb nicht böse, weil Brugger sehr viel mit Selbstironie arbeitet. In Deutschland ist ihre schweizer Herkunft meist Thema. "Ich bin Schweizerin. Wir haben keine Emotionen. Wir haben Geld", sagte sie etwa in der vergangenen Woche in der "heute-show". 


Alleine auf der Bühne bedient sie sich an Alltagsthemen. Brugger hat zwei ältere Brüder, die deutsche Mutter ist Lehrerin, der Schweizer Vater Neuropsychologe. In ihrer Show philosophiert sie über den Nutzen von Humor, über Mobbing in der Familie und darüber, dass Babys süß sind, damit man sie nicht tötet. Richtig stark ist Brugger aber, wenn sie spontan im politischen Umfeld agieren kann. Es ist deshalb kein Zufall, dass sie ihren Durchbruch der "heute-show" verdankt. Den Preis als besten Comedy-Newcomer hat sie sich verdient.