Heidi Klum Traumfigur und Fast Food

Gemeinhin stellt man sich Models als permanent Diät haltende Hungerhaken vor. Bei Heidi Klum liegt der Fall offensichtlich anders.
Von Anja Schulte-Lutz und Salome Kegler (Fotos)

Big Mäc, Pommes, Cola und Barbecue-Sauce - so sieht bei Heidi Klum ein McDonald's-Besuch aus. Ziemlich normal und nicht so, wie man es bei einem Supermodel erwartet. Und das soll auch die Botschaft der neuesten Werbekampagne der Burger-Kette sein, die am Mittwoch vorgestellt wurde: "Auch Supermodels gehen zu McDonald's", sagte Adriaan Hendrix, der Managing Director von McDonald's Deutschland.

Der weltgrößte Fastfood-Konzern muss zum Wohle des eigenen Rufes alle Register ziehen. Essen in den Burger-Ketten mache dick und krank, so der Vorwurf einer vor wenigen Tagen zugelassenen Sammelklage in den USA gegen den Konzern. Experten schätzen, dass rund 30 Prozent aller erwachsenen Amerikaner durch Fast-Food-Ernährung an Übergewicht und den Folgeerkrankungen leiden. Zum Verdruss der McDonald's-Leitung wurde auch der Dokumentationsfilm "Super Sieze Me" für einen Oscar nominiert. Der Autor des Films ernährte sich einen Monat lang nur bei McDonald’s und wurde dadurch unmäßig fett.

Die gertenschlanke Heidi Klum dürfte den Marketing-Experten von McDonald’s gerade recht kommen. So normal wie ihre Bestellung präsentierte sich die 31-Jährige auf dem Pressetermin in Hamburg. In hautenger Jeans, bauchfrei und mit Kapuzenjacke kam Heidi so natürlich wie das nette Mädchen von nebenan daher.

Mit Werbeträgern wie Klum und Fußballer Michael Ballack will McDonald's sein Fast Food-Image aufbessern. Neben Burgern und Pommes Frites gibt es jetzt auch Joghurt, Obst und Bio-Milch.

"Ich esse sehr ausgewogen"

Auf die Frage, wie viele Burger ein Model im Monat essen könne, antwortete Klum: "einige". Und mit ihrer Werbepartnerschaft könnten es sogar noch mehr werden: "Ich habe eine Goldkarte bekommen und jetzt darf ich so viel essen, wie ich will." Warum sie trotzdem so schlank sei? Dazu müsse man vielleicht besser die Übergewichtigen fragen, was sie essen, nicht diejenigen, die schlank sind. Sie selbst faste jedenfalls sehr selten. "Ich esse sehr ausgewogen." Da sei zwischendurch auch ein Burger drin.

Tatsächlich hat Klum damit Recht. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist ein gelegentlicher Besuch bei einer Fast Food-Kette kein Problem. Burger verschiedener Hersteller sind von der Stiftung Warentest sogar mit der Note "gut" bewertet worden. Entscheidend aber ist die Zusammenstellung des Menus. Auf Pommes Frites und Cola zum Burger sollte besser verzichtet werden. So hat nach Angaben der Tester ein doppelter Royal TS mit großer Cola und Pommes Frites rund 1250 Kilokalorien - mehr als der halbe Tagesbedarfs eines 14-jährigen Mädchens.

Die großen Fast Food-Ketten setzen mittlerweile auf das Gesundheitsbewusstsein ihrer Kunden. Burger King und McDonald's bieten auf ihren Internetseiten Nährwert-Tabellen an. Kalorien, Fett, Eiweiß und Kohlehydrate werden dort aufgeschlüsselt. Damit kann jeder, der sich bewusst ernähren will, genau ausrechnen, ob noch eine Portion Pommes Frites oder doch nur ein Salat drin ist.

Fototermin mit Pommes Frites

Ob Heidi Klum Kalorien zählt, sei dahin gestellt. Vielleicht ist sie auch nur deswegen so schlank, weil sie in dem Rummel um ihre Person sowieso kaum ungestört bei McDonald's essen kann. Beim Fototermin zur Kampagne wäre jeder andere zumindest längst verhungert. Geduldig posierte die 31-Jährige mit dem Burger in der Hand. Bis zum ersten und einzigen Bissen vergingen mehrere Minuten. Bei den darauf folgenden Pommes Frites ging es dann schon schneller. Zwei schaffte sie, bevor das nächste Menu präsentiert werden sollte.

In einem der Werbespots, in denen Heidi Klum ab Ende Februar zu sehen sein wird, geht es um größere Portionen. Die Menge Burger, die Heidi Klum in dem Spot bestellt, reicht aus, um eine Fußballmannschaft zu versorgen. Und so ähnlich kommt es auch. Mit der Riesenportion geht Heidi schnurstracks auf die versammelten Fotografen zu: "So Jungs, das ist zum Mitnehmen." - "Für uns?" - "Ja. Und ihr wisst ja, was zum Mitnehmen heißt, ne?"

Die Zuschauer wissen jetzt zumindest: McDonald's ist zwar nicht in jedem Fall ungesund - aber durchaus dazu geeignet, jemanden los zu werden.


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