Heike Makatsch 35.000 Euro für unerlaubte Babyfotos


Die Schauspielerin Heike Makatsch fordert vom Heinrich Bauer Verlag 35.000 Euro Schmerzensgeld für die Veröffentlichung unerlaubter Fotos ihres Babys. Die Bilder zeigten sie mit ihrer damals acht Wochen alten Tochter bei einem Spaziergang in Berlin.

Im Streit um Paparazzi-Fotos hat die Schauspielerin Heike Makatsch gegen den Heinrich Bauer Verlag geklagt. Makatsch sehe durch die Veröffentlichung von Fotos, auf denen sie beim Spaziergang in Berlin mit ihrer damals acht Wochen alten Tochter zu sehen ist, in erster Linie die Persönlichkeitsrechte ihres Kindes verletzt, erklärte ihre Anwältin Caroline von Klitzing vor dem Münchner Landgericht. Wegen des Abdrucks der Bilder in den Zeitschriften "Das Neue" und "Neue Post" verlangt die Schauspielerin 20.000 Euro Schmerzensgeld für das Kind und 15.000 Euro für die Mutter.

"Solche Bilder dürfen nicht veröffentlicht werden", erklärte Richter Thomas Steiner, äußerte aber Zweifel, ob Schmerzensgeld in der geforderten Höhe gerechtfertigt sei. Es gelte zwar den Verlagen ein Zeichen zu setzen, sagte Steiner, erklärte aber: "Bei einer Arzthaftung müsste man sich für diesen Betrag schon fast die Hand abhacken lassen."

Hohes Schmerzensgeld soll Verlage abschrecken

Makatschs Anwältin argumentierte, die Tochter der Schauspielerin habe keine Chance auf eine normale Kindheit, wenn ihre Mutter bei jedem Spaziergang Paparazzi-Fotos fürchten müsse. Darum müssten die Verlage "mit einer spürbaren Geldentschädigung" abgeschreckt werden. Allein eine Unterlassungserklärung, wie sie der Heinrich Bauer Verlag bereits abgegeben habe, reiche nicht. Die Anwältin des Verlags, Verena Haisch, argumentierte dagegen, die Fotos seien in keiner Weise bloßstellend und das Baby sei darum auch nicht geschädigt worden. Zudem habe der Verlag sich verpflichtet, die Fotos nicht mehr abzudrucken.

Der Richter schlug den Parteien einen Vergleich vor, durch den auch Makatschs Prozesskosten gedeckt sein sollen. Danach soll der Verlag an die Schauspielerin 7.500 Euro zahlen und diese wiederum die Hälfte davon an eine gemeinnützige Einrichtung ihrer Wahl spenden. Rechtsvertreter beider Parteien lehnten dies ab. Die Kammer will am 7. Mai entscheiden.

AP/DPA AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker