Hochzeitsfieber Spanier ernst, Niederländer gedämpft, Dänen lustig


Einen Monat vor der ersten von drei europäischen Prinzenhochzeiten in Den Haag, Kopenhagen und Madrid werfen aktuelle Ereignisse in Spanien und den Niederlanden Schatten auf die geplanten Festlichkeiten.

Einen Monat vor der ersten von drei europäischen Prinzenhochzeiten in Den Haag, Kopenhagen und Madrid werfen aktuelle Ereignisse in Spanien und den Niederlanden Schatten auf die geplanten Festlichkeiten.

Spaniens Kronprinz Felipe (36) und seine Braut Letizia Ortiz (31) haben als Zeichen des Respekts für die Terroropfer von Madrid ihren Polterabend vor der Hochzeit am 22. Mai abgesagt. In den Niederlanden dämpft der Tod von Königinmutter Juliana die Freude über die bevorstehende Vermählung von Kronprinz Friso (34) mit der gleichaltrigen Bürgerstochter Mabel Wisse Smit am 24. April. Ungetrübt bleiben die festlichen Vorbereitungen nur am dänischen Königshof in Kopenhagen: Hier freute sich die Australierin Mary Donaldson (32) am Mittwoch über die Zuerkennung der dänischen Staatsbürgerschaft vor ihrer Mitte Mai anstehenden Eheschließung mit Kronprinz Frederik (35).

Am Hochzeitstag gibt's jauchefrei

Die Dänen setzen alle Segel in Richtung heiteres Fest. 800 Bauern im Bezirk Kolding wollen am 14. Mai, wenn Frederik und die künftige Prinzessin Mary einander im Kopenhagener Dom das Jawort geben, aus reiner Freude ihre Jauchetransporter im Schuppen lassen. Alle Bürger würden ja vor dem Fernseher sitzen, und wenn bei gutem Wetter auf der Terrasse die TV-Übertragung der Traumhochzeit von Jaucheduft ergänzt würde, sei das "irgendwie nicht so gut", begründete Bauernverbandschef Asger Christensen die bisher originellste Hochzeits-Initiative bei den Skandinaviern.

Der auf Rockmusik versessene Bräutigam selbst lädt seine jüngeren Untertanen zu einem Wohltätigkeitskonzert mit den größten dänischen Stars ins Nationalstadion Parken und hat bisher immerhin 25 000 Zusagen in Form verkaufter Tickets bekommen. In Madrid hat das Brautpaar wegen der Attentate auf ein Konzert und eine Multimedia-Show verzichtet, die die Stadt Madrid als Hochzeitsgeschenk geplant hatte.

Die Spanier sind generalstabsmäßig informiert

Die Spanier wissen schon jetzt ganz genau, wie die Hochzeit von Felipe mit der früheren TV-Moderatorin Letizia Ortiz am 22. Mai ablaufen wird. Hochglanzmagazine haben in Fotomontagen bis ins Detail dargestellt, wer bei der Trauung in der Madrider Almudena-Kathedrale wo sitzen wird, welche Route das Brautpaar anschließend durch die Stadt nehmen und in welchen Sälen des Königspalasts das Hochzeitsmahl gereicht wird.

Die Terroranschläge haben die Frage der Sicherheit in den Mittelpunkt gerückt. Spanien will laut 'El Mundo' vom 15. bis 23. Mai das Schengen-Abkommen aussetzen und die Grenzen streng kontrollieren. In der Madrider Altstadt wird jedes Gebäude, an dem der Hochzeitszug vorbeikommen wird, von der Polizei durchsucht. Das große Geld machen die Anwohner der Straße Calle de Bailén, an der der Königspalast liegt. Ein Anwohner stellte seine Terrasse einem TV-Sender für 30.000 Euro zur Verfügung. Wer für den 22. Mai einen Balkon mit Blick auf den Palast mieten möchte, muss 6000 bis 9000 Euro hinlegen.

Nicht thronrelevant, aber schwiegermütterlich abgesegnet

Dass die Aufregung in den Niederlanden über die Eheschließung von Prinz Friso am 24. April in Den Haag gedämpfter ausfällt, wird auch dem Brautpaar selbst zugeschrieben. Der zweitälteste Königssohn verlor sein Herz an die Bürgerstochter Smit, die als intelligent und praktisch veranlagt gilt, aber auch eine umstrittene Vergangenheit hat. Und weil sie nicht gleich Klarheit über ein früheres Verhältnis mit einem Top-Kriminellen schuf, wurde das Parlament nicht um Zustimmung zur Hochzeit gefragt. Die Folge: Der Prinz verliert seinen Platz in der Thronfolge. Königin Beatrix zeigt ihrer künftigen Schwiegertochter dennoch öffentlich ihre Wertschätzung.

DPA-Korrespondenten

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