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Horst Günter Ludolf beigesetzt: 200 Fans trauern mit Uwe und Manni

Die Westerwald-Gemeinde Urbach war für den Ausnahmezustand gerüstet: Der erwartete Ansturm bei der Trauerfeier von Schrotthändler Günter Ludolf blieb am Samstag zwar aus, dafür durften die angereisten Fans von ihrem Idol ganz persönlich Abschied nehmen.

Von Ulf Steffenfauseweh, Urbach

Tränen am Grab: Uwe (Mitte, l.) und Manni (Mitte, r.) Ludolf nahmen mit Fans Abschied vom verstorbenen Günter

Tränen am Grab: Uwe (Mitte, l.) und Manni (Mitte, r.) Ludolf nahmen mit Fans Abschied vom verstorbenen Günter

Der große Ansturm blieb aus. Aber die, die gekommen waren, durften sich echte Ludolf-Freunde nennen. Mehrere Hundert Kilometer Anfahrt nahmen seine Fans aus allen Teilen der Republik in Kauf, um von dem verstorbenen Schrotthändler Abschied zu nehmen.

Rund 200 Menschen haben sich am Samstag auf dem Urbacher Friedhof und an Günter Ludolfs Grab versammelt, um dem verstorbenen Schrotthändler Lebewohl zu sagen. Seine Brüder Uwe und Manni, begleitet von Onkel Manfred aus Hamburg, fuhren mit rund 45 Minuten Verspätung vor, um die Beleidsbekundungen ihrer Fans persönlich entgegen zu nehmen.

Ludolf-Brüder schütteln jedem Fan die Hand

Unter ihnen zum Beispiel der 21-jährige Michael aus Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern. Er hatte sich gemeinsam mit zwei Freunden um 3 Uhr morgens auf den Weg in den Westerwald gemacht, um den Ludolfs persönlich die Hand zu schütteln und eine weiße Rose am Grab niederzulegen. Später zeigte er sich ergriffen und fand, dass sich die Reise auf jeden Fall gelohnt hatte. "Sie haben einfach etwas Einzigartiges", sagte er im Gespräch mit der "Rhein-Zeitung".

Die Ludolfs selber kamen vom Friedhofseingang bis zum Grab nur langsam voran, auch wenn es offensichtlich ein klares Drehbuch der neuen Produktionsfirma gab. Immer wieder kamen Fans auf Uwe und Manni zu, die jede hingereichte Hand schüttelten und ihre Anhänger auch umarmten. "Man kann sie ja gar nicht mehr Fans nennen. Es sind unsere Freunde", betonte Uwe.

Solist stimmte "O Sole mio" an

Bereits am Freitag hat die Familie im engsten Kreis Abschied von dem 55-Jährigen genommen. Nach der Trauerfeier in der Friedhofskapelle war die etwa 70-köpfige Trauergemeinde angeführt von Pfarrer Rémy Sandmann mit dem Sarg zum Grab gegangen, Uwe Ludolf mit seiner Frau folgte, dann Manni mit Hut. Der wohl ergreifenste Moment war, als ein Solist für den großen Italien-Fan Günter "O Sole mio" anstimmte. Da musste sich Manni Ludolf eine Träne aus den Augen wischen.

Uwe fand es "stark", dass sich die Fans an den Aufruf gehalten hatten, am Freitag nicht dazuzustoßen. Das Mitgefühl mit den Brüdern ist derweil riesig. "Wir haben jeden Tag eine Kiste voll Post mit Beileidsbekundungen, das tut gut", so Uwe Ludolf. Post von Bekanntschaften aus dem Showbiz sind auch darunter, aber darum will er kein Aufhebens machen. "Für uns sind alle gleich. Wir sind ja auch nur Schrotthändler und Mechaniker."

Der Leiter des örtlichen Ordnungsamtes hatte der kleinen Gruppe Journalisten - darunter Kamerateams von ZDF und SWR und Reporter unserer Zeitung - den Zugang zum Friedhof ermöglicht: Die Produktionsfirma der "Ludolfs"-Serie auf DMax hatte den Friedhof mit Security-Kräften für andere Journalisten sperren lassen wollen. Die Familie selbst hatte zuvor aber ihr Einverständnis gegeben. Von dem Hick-Hack bekamen die Brüder und die weiteren Angehörigen glücklicherweise nichts mit. Sie waren zu dem Zeitpunkt noch in der Friedhofskapelle.

Ein Bericht aus der Rhein-Zeitung