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Trauerfeier für Horst Günter Ludolf: Urbach rüstet sich für den Ausnahmezustand

Die Gemeinde Urbach geht einem möglicherweise turbulenten Wochenende entgegen: Am Samstag findet in dem Ort die Trauerfeier für Horst Günter Ludolf statt. Als die Schrottplatzbrüder und TV-Stars zum Tag der offenen Tür luden, herrschte im Westerwald das Chaos.

Von Carsten Heidböhmer

Bereits einmal sind die Menschen wie Heuschrecken über Urach hergefallen. Als auf dem Schrottplatz der Ludolfs im Frühjahr 2007 ein "Tag der offenen Tür" stattfand, kamen 25.000 Fans der Doku-Soap und verursachten ein Verkehrschaos. Jetzt steht der Gemeinde im Westerwald ein neuer Ansturm bevor: Am Samstag findet die Trauerfeier für den Kult-Schrotthändler Horst Günter Ludolf statt, der in der Nacht zum Montag im Alter von 56 Jahren an Herzversagen gestorben war. Zwischen 13 und 15 Uhr werden die Brüder Uwe und Manfred Ludolf zwei Stunden lang die Trauerbekundungen der Fans entgegennehmen.

Wie viele das sein werden vermag keiner zu schätzen. Wenige hundert Leute - oder 25.000 wie beim 'Tag der offenen Tür'? Um ein ähnliches Verkehrschaos wie 2007 zu vermeiden, bereitet sich die Gemeinde auf alle Eventualitäten vor, sagt der Büroleiter der zuständigen Verbandsgemeinde Puderbach, Wolfgang Müller. 20 Polizisten und Feuerwehrleute werden am Samstag eingesetzt, um den Verkehr zu lenken und die Ordnung zu gewähren. Dazu würden vier Dixi-Toiletten bereitgestellt. Ein Catering werde man dagegen nicht bereitstellen: "Wir wollen kein Volksfest", sagt Müller und betont, dass die Gemeinde die Pietät wahren werde. Man möchte keinen Nutzen aus dem tragischen Tod des berühmten Einwohners ziehen.

Wenn das Interesse an der Berichterstattung über den Trauerfall ein Gradmesser ist, dann wird der Andrang gewaltig: Die im Online-Angebot der "Rhein-Zeitung" publizierten Artikel über Horst Günter Ludolf haben alle Rekorde gebrochen, sagt Redakteur Ulf Steffenfauseweh.

In der Gemeinde hofft man nun, dass die Fans wirklich erst am Samstag kommen, und nicht schon am Freitag. Dann findet nämlich die Beerdigung des zweitältesten der Ludolf-Brüder statt, auf ausdrücklichen Wunsch der Familie im engsten Kreis.