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Jan Ullrich Escort-Dame schildert angeblichen Wutausbruch

Jan Ullrich
Jan Ullrich wird im Alter von 23 Jahren schlagartig Millionen Deutschen bekannt. Am 15. Juli 1997 fährt der Rad-Profi aus Rostock bei der Tour de France allen davon. Mit dem Sieg löst Ullrich Ende der 90er Jahre einen Radsport-Boom in Deutschland aus. In der Saisonvorbereitung liegt Ullrich mehrfach über dem Idealgewicht für einen Rad-Profi. Das tut seiner Beliebtheit bei den Fans keinen Abbruch. Und Experten sagen ihm fünf Tour-Siege voraus. Während Lance Armstrong ab 2000 die Tour de France sieben Mal in Folge gewinnt, bleibt Ullrich oft nur Platz zwei. Die weltweiten Erfolge bleiben jedoch nicht aus: Bei Olympia 2000 in Sydney gewinnt Ullrich Gold im Straßenrennen und Silber im Einzelzeitfahren. Der erste Skandal um Ullrich: Weil er in einer Disco zwei Ecstasy-Pillen geschluckt haben soll, kassiert er 2002 eine kurze Dopingsperre. Als Armstrong aufhört, will Ullrich 2006 noch einmal die Tour gewinnen. Doch er wird als Kunde eines spanischen Dopingarztes enttarnt. Die Folge: Sein Team T-Mobile nimmt Ullrich noch vor dem Tourstart aus dem Rennen. Ullrichs Profi-Karriere ist vorbei - obwohl er erst 2012 gesperrt wird. Mit seiner Frau Sara zieht er sich in die Schweiz zurück. 2010 erklärt er auf seiner Homepage, unter einem Burn-Out-Syndrom zu leiden. Der Abstieg geht weiter: 2014 rammt Ullrich mit 1,8 Promille und viel zu hohem Tempo in der Schweiz mit seinem Wagen zwei Autos. Er kommt mit einer Bewährungsstrafe davon. Mit Frau und seinen drei Kindern zieht er 2016 nach Mallorca, doch nach 13 Jahren zerbricht die Ehe. Ullrich bleibt allein auf Mallorca zurück. Nach einem Streit auf dem Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger am 3. August 2018 wird vorübergehend festgenommen. Ullrich kündigt an, sich aus Liebe zu seinen Kindern in Deutschland in Therapie zu begeben. Er fliegt nach Deutschland, doch in einem Frankfurter Luxus-Hotel wird er am 9. August 2018 festgenommen. Er soll unter Alkohol- und Drogeneinfluss eine Escort-Dame gewürgt haben, bis ihr schwarz vor Augen wurde. Gegen ihn wird wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Am 11. August 2018 soll er sich in eine Entzugsklinik begeben haben. Hoffentlich bekommt das einstige Radsport-Idol dort die Kurve.
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Jan Ullrich habe sich erst freundlich, dann aber hyperaktiv und aggressiv verhalten. Das sagte die Escort-Dame nun in einem TV-Interview.

Die 31-jährige Escort-Dame, die gegenüber der Polizei angegeben hat, von Ex-Radprofi Jan Ullrich (44) attackiert worden zu sein, hat in einem TV-Interview noch einmal ihre Sicht des Geschehens vom Freitagmorgen geschildert. Zum Schutz ihres Sohnes wollte die Nigerianerin, die im Interview der RTL-Sendung "Explosiv" mit dem Namen "Brandy" angesprochen wurde, während der Aufzeichnung unerkannt bleiben.

Den Ausführungen nach bot sich ihr zu Beginn des Treffens mit Ullrich ein sehr konträres Bild. So war er ihren Worten nach einerseits "auch wirklich freundlich am Anfang. Hat noch was zum Trinken angeboten. Da war wirklich alles in Ordnung." Andererseits sei er von Beginn an "hyperaktiv" gewesen, "die ganze Zeit hin- und hergelaufen. Der war überhaupt nicht ruhig. Und er hat auch die ganze Zeit um sich her geschlagen in dem Moment. Also gegen die Wand, dann hat er ein paar Handstände gemacht. Ist hin- und her gehüpft, gesprungen. Also er war keine Minute ruhig."

Die Stimmung kippte

Als sie (mit Ullrichs Erlaubnis) kurz ihren Sohn anrief, sei die Situation schließlich eskaliert: "Ich habe auch nur ungefähr (...) 30 Sekunden angerufen, damit ich meinen Sohn aufwecke, damit er sich fertig machen kann für die Schule und in dem Moment hat er halt ins Telefon gerufen: 'Du Nutte'." Als sie daraufhin das Hotelzimmer verlassen wollte, habe Ullrich den Ausgang versperrt und gefordert, dass sie ihm erst das bereits gezahlte Geld zurückgeben müsse. "Er fing dann an zu schreien, hat die Faust genommen und gegen den Fernseher geschlagen, der Fernseher ging kaputt und da hab ich einfach Angst bekommen und hab gemeint: 'Ok, ich komme aus diesem Zimmer nicht mehr raus, ich muss jetzt die Polizei rufen.'"

Das sagt die Gegenseite zu dem angeblichen Angriff

Zu den gegenüber der Polizei erhobenen Vorwürfen, Ullrich habe sie körperlich angegriffen, äußerte sich die 31-Jährige nicht im TV-Interview. Bereits vor zwei Tagen dementierte Ullrich laut der "Bild"-Zeitung, die Frau verletzt zu haben. Einem engen Freund habe der einstige Radstar das Geschehen wie folgt beschrieben: "Es kam zum Streit, weil sie bereits nach eineinhalb statt der vereinbarten drei Stunden gehen wollte, weil sie angeblich zu ihrem Kind musste. Er gibt zu, sie geschubst zu haben, aber dies sei die einzige Berührung gewesen. Zudem habe nicht nur sie, sondern auch er selbst die Polizei gerufen, weil er sich betrogen fühlte."

Laut eines Polizei-Statements sei Ullrich in den frühen Morgenstunden am Freitag in einem Hotel in Frankfurt-Sachsenhausen "nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung vorläufig festgenommen" worden. Ihm werde vorgeworfen, "mit einer bei ihm weilenden Escort-Dame in Streit geraten" und später "diese körperlich attackiert und verletzt" zu haben. Es werde "gegen den Beschuldigten wegen versuchtem Totschlags und gefährlicher Körperverletzung" ermittelt.

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