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Joseph Jackson im Interview: "Ich ahnte, dass er richtig harte Sachen spritzen ließ"

Viele machen ihn für das traurige Schicksal von Michael Jackson verantwortlich: Joseph Jackson, umstrittener Patriarch des Jackson-Clans, prügelte seine Kinder zum Erfolg. In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" offenbart er, dass er seinen Sohn hätte retten können.

Es ist das bittere Eingeständnis einer gescheiterten Vater-Sohn-Beziehung: Der "Bild am Sonntag" sagte Joseph "Joe" Jackson, dass er wusste, dass sein Sohn seit dem Unfall bei einem Werbespot-Dreh vor 25 Jahren starke Schmerzmittel nahm. Er habe sogar geahnt, dass Michael sich "richtig harte Sachen" spritzen ließ. "Prince, sein ältester Sohn, erzählte mir am Telefon, dass Michael in beiden Ellenbogenkehlen Einstiche habe", sagte der Patron des Jackson-Clans.

Der "King of Pop" starb am 25. Juni wenige Tage vor Beginn seiner Comeback-Tour an Herzversagen aufgrund einer Vergiftung mit dem Narkosemittel Propofol und gilt als Opfer eines Tötungsdelikts. Überrascht wäre er von dem Tod nicht gewesen, sagte der 81-jährige Joe Jackson. In den letzten Wochen sei er nicht mehr in das Haus seines Sohnes vorgelassen worden. Deswegen habe er die Polizei verständigt. "Ich war schon soweit, dass ich dachte: Jetzt nach Hause, hol meine Knarren und schieß mir den Weg zu Michael frei." Über die schlechte körperliche Verfassung wusste der Vater also Bescheid, als er in seiner Funktion als Manager das Comeback seines Sohnes in London plante. Es wäre aber von Anfang an klar gewesen, dass Michael Jackson von den 50 geplanten Konzerten nur zehn absolvieren würde. "Er hat mir erzählt, er habe den totalen Horror vor den Londoner Shows, der Druck mache ihn fertig, er sei da reingeritten worden", so Joe Jackson.

Immer wieder wurde der Clan-Patron, der als eiskalter Geschäftsmann gilt, öffentlich wegen seiner Erziehungsmethoden gerügt, unter denen besonders Michael litt. Prügel habe es gegeben, räumt Joe Jackson ein, doch Misshandlungen wies er ausdrücklich von sich. "Ich habe die Jungs hart rangenommen, versprach ihnen aber auch: Ich mache aus euch die größten Stars der Welt".

70 Tage nach seinem Tod wurde Michael Jackson auf der berühmtesten Grabstätte von Los Angeles, dem Forest Lawn Memorial Park, beigesetzt. Den Anblick des toten Leichnams seines Sohnes hat Joe Jackson vermieden. "Ich kann und will Menschen, die ich kannte und mochte, nicht im Sarg liegen sehen."

kbu
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