Julio Iglesias Schwere Vorwürfe von ehemaligen Angestellten

Julio Iglesias sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert.
Julio Iglesias sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert.
© imago images/Martin Harris/Capital Pictures
Schwere Anschuldigungen gegen Julio Iglesias: Zwei ehemalige Angestellte werfen dem spanischen Sänger systematische sexuelle Übergriffe vor.

Der spanische Weltstar Julio Iglesias (82) steht im Zentrum schwerer Anschuldigungen. Zwei ehemalige Angestellte werfen dem spanischen Sänger sexuelle Übergriffe, Demütigungen und Belästigungen vor. Die Vorwürfe sind das Ergebnis einer dreijährigen gemeinsamen Recherche des spanischen Nachrichtenportals "elDiario.es" und des Fernsehsenders "Univision Noticias".

Zwei Frauen schildern "Atmosphäre der Kontrolle"

Die beiden Frauen - eine Haushaltshilfe und eine Physiotherapeutin - waren demnach in Iglesias' Anwesen in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas tätig. Sie berichten von einer Atmosphäre der Kontrolle und ständigen Einschüchterung. Eine der Betroffenen, die unter dem Pseudonym "Rebecca" spricht, beschreibt ihre Zeit in der Villa in Punta Cana als Albtraum: "Dieses Haus sollte 'das kleine Haus des Terrors' genannt werden. Ich fühlte mich wie ein Objekt, wie eine Sklavin."

"Rebecca" gibt an, dass Iglesias sie im Jahr 2021 fast jede Nacht in sein Zimmer rufen ließ, um sie dort ohne ihre Zustimmung sexuell zu missbrauchen. Besonders belastend: Laut ihren Aussagen fanden diese Übergriffe oft unter Beteiligung einer weiteren Angestellten statt, die ihre Vorgesetzte war.

Eine zweite Frau, "Laura" genannt, berichtet von wiederholten ungefragten Berührungen an den Brüsten und Küssen gegen ihren Willen, unter anderem am Strand und am Pool des Anwesens. Beiden Frauen zufolge habe Iglesias den Missbrauch "normalisiert".

Interviews mit 15 ehemaligen Angestellten

Die Recherchen stützen sich auf Interviews mit insgesamt 15 ehemaligen Angestellten, die zwischen den späten 1990er Jahren und 2023 für den Sänger tätig waren. Sie beschreiben unter anderem fragwürdige Rekrutierungsmaßnahmen: Junge Frauen seien über soziale Medien gesucht worden und mussten Ganzkörperfotos einreichen. Bewerberinnen seien direkt nach ihrer Ankunft zu ihrer Sexualität und Schönheitsoperationen befragt worden.

Die Berichte der beiden Hauptzeuginnen werden laut den Medienberichten durch umfangreiches Material wie WhatsApp-Nachrichten, Anruflisten, Fotos und medizinische Berichte gestützt.

Bisher keine Reaktion von Julio Iglesias

Die beiden Frauen haben bereits formelle Anzeige bei der Audiencia Nacional, dem nationalen Gerichtshof Spaniens, erstattet. Die Vorwürfe lauten auf Menschenhandel und sexuellen Übergriff.

Julio Iglesias selbst und seine Anwälte haben auf Anfragen der Journalisten bisher nicht reagiert. Während die von "Rebecca" beschuldigte Vorgesetzte die Vorwürfe als "Unsinn" zurückweist und Iglesias als "großzügigen Gentleman" verteidigt, erhält der Sänger auch politische Rückendeckung. Isabel Díaz Ayuso, die rechtsgerichtete Regionalpräsidentin von Madrid, kritisierte die Berichterstattung auf X scharf und bezeichnete sie als Diskreditierung des "universellsten aller Sänger".

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