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"Empire"-Star: Jussie Smollett wegen mutmaßlich fingierter Bleichmittel-Attacke angeklagt

Ende Januar wurde der Schauspieler Jussie Smollett in Chicago auf offener Straße von zwei Männern attackiert. Doch jetzt muss er sich selbst für den Angriff vor Gericht verantworten. Die Polizei geht davon aus, dass er die Attacke inszeniert hat.

Schauspieler Jussie Smollett

Schauspieler Jussie Smollett auf einem Polizeifoto vom 21. Februar, dem Tag, an dem er offiziell zum "Verdächtigen" in Ermittlungen wegen Falschaussage erklärt wurde

AFP

Fans und Kollegen waren entsetzt, als sie von der Attacke auf Jussie Smollett hörten. Der Schauspieler wurde Ende Januar nachts auf offener Straße von zwei Männern angegriffen. Sie sollen ihn geschlagen, mit Bleichmittel übergossen und mit einer Schlinge gewürgt haben. Dazu sollen sie gebrüllt haben: "Bist du nicht dieser Schwuchtel-'Empire'-Ni****" und  "das hier ist ein 'MAGA'-Land" in Anspielung auf Donald Trumps Slogan "Make America Great Again". Als er nach dem Angriff zur Polizei ging, soll er die Schlinge immer noch um seinen Hals gehabt haben. Doch schon kurze Zeit später stand der 36-Jährige selbst im Fokus der Ermittlungen. Smollett wurde im Februar festgenommen und von der Polizei offiziell zum "Verdächtigen" erklärt. Der Grund: Er soll den Angriff selbst inszeniert haben. Jetzt wird er vor Gericht gestellt.

Eine Grand Jury im Bezirk Cook County erhob am Freitag Anklage in 16 Punkten, wie der Sender CNN und andere US-Medien berichteten. Laut Ermittlern bezahlte der Schauspieler zwei Männer, um die Attacke gegen ihn zu simulieren. Die beiden zwischenzeitlich verdächtigten Männer - zwei Brüder - sollen angegeben haben, für die Inszenierung angeheuert worden zu sein.

Demnach war Smollett unzufrieden darüber, dass ein zuvor an ihn gerichteter Drohbrief nicht die von ihm erwartete Aufmerksamkeit erhalten hatte. Der Polizei zufolge wollte der schwule und afroamerikanische Schauspieler mit dem inszenierten Angriff seine Karriere vorantreiben und seinen Bekanntheitsgrad erhöhen, um für seine Rolle in der erfolgreichen US-Serie "Empire" eine höhere Gage verhandeln zu können. Er sei "unzufrieden mit seinem Gehalt" gewesen, so der Superintendent der Polizei von Chicago, Eddie T. Johnson. 

Smollett hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Nach Zahlung einer Kaution kam er vorerst frei. Sein Anwalt erklärte gegenüber BBC, die Strafverfolgung sei völlig überzogen und bezeichnete die Anklage als "überflüssig und rachsüchtig", die nichts anderes sei als "ein verzweifelter Versuch, Schlagzeilen zu machen.

Im Falle einer Verurteilung droht Smollett eine Strafe von mehreren Jahren Gefängnis. Der Schauspieler muss am 14. März vor Gericht erscheinen. Aus Folgen der Dramaserie "Empire" wurde seine Figur inzwischen entfernt.

Quellen: BBC/Offizielle Anklageschrift

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jek
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