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Kindesmissbrauch: Jackson-Prozess erst Weihnachten?

Michael Jackson wird sich voraussichtlich erst kurz vor Weihnachten wegen des Vorwurfs des mehrfachen Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten müssen.

Michael Jackson wird sich voraussichtlich erst kurz vor Weihnachten wegen des Vorwurfs des mehrfachen Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten müssen. Bei einer Anhörung verständigten sich Richter, Verteidigung und Staatsanwaltschaft am Freitag in Santa Maria (Kalifornien) darauf, dass der eigentliche Prozess im Dezember eröffnet werden soll. Bis dahin könnte der einstige "King of Pop" nach Berichten von US-Medien pleite sein. Das Magazin "Vanity Fair" brachte zudem neue Gerüchte über Jacksons Umgang mit Kindern auf seiner Neverland-Ranch in Umlauf.

Mit Wein Kinder gefügig gemacht?

Jackson soll Kindern Wein in Cola-Dosen verabreicht haben, um sie gefügig zu machen, berichtet das Lifestyle-Magazin in seiner jetzt verbreiteten März-Ausgabe. Weißwein habe er dabei als "Jesus-Saft" und Rotwein als "Jesus-Blut" bezeichnet. Nach Angaben von "Vanity Fair" zeigte Jackson Kindern pornografische Darstellungen. Der jüngere Bruder des angeblichen Jackson-Opfers soll bei sexuellen Missbrauchshandlungen zugeschaut haben. Als Quellen gibt das Magazin juristische Kreise, Verwandte des angeblich von Jackson missbrauchten Jungen, einen früheren Finanzberater sowie anonyme Informanten an.

Jacksons Anwalt Mark Geragos wollte sich zu dem Bericht von "Vanity Fair" nicht äußern. Sein Manager Charles Koppelman dementierte, dass Jackson Millionenschulden nicht begleichen könne. Die "New York Times" hatte berichtet, die Bank of America wolle zur Sicherung eines fällig werdenden Kredits in Höhe von 70 Millionen Dollar (rund 55 Millionen Euro) Jacksons Rechte an den Beatles-Songs pfänden lassen.

Medienrummel blieb aus

Bei dem Gerichtstermin in Santa Maria blieb diesmal der Fan- und Medienzirkus aus, da Jackson nicht selbst erscheinen musste. Zu seiner Einvernehmung am 16. Januar, bei der sich der Star zur Anklage des siebenfachen sexuellen Missbrauchs eines 13-Jährigen sowie der zweimaligen Verabreichung von Alkohol an den Jungen nicht schuldig bekannte, waren noch tausende Fans aus zahlreichen Ländern angereist.

Diesmal glich die Verhandlung einer nüchternen Arbeitsberatung. Die rund 20 anwesenden Fans folgten artig der Aufforderung eines Gerichtsdieners, ihre T-Shirts mit Pro-Jackson-Slogan zu bedecken. Die Starverteidiger Geragos und Ben Brafman forderten mehr Zeit zum Studium der Beweisunterlagen. Staatsanwalt Tom Sneddon hatte vor wenigen Tagen weitere rund 400 Seiten an die Verteidigung übergeben. Insgesamt soll das Material rund 900 Seiten umfassen.

Richter Melville gewährte den Verteidigern einen Aufschub der Vorgespräche über das weitere Verfahren bis zum 2. April. Dann soll erneut versucht werden, zunächst ein Datum für die Anhörung zum Inhalt der Anklage zu vereinbaren. Dabei muss der Staatsanwalt seine Beweisführung erläutern. Die Verteidigung kann Gegenargumente vorbringen, und der Richter muss entscheiden, ob ein Prozess eröffnet werden sollte. Jacksons Verteidiger würden alles tun, um das Material der Staatsanwaltschaft "zu zerpflücken und als unzureichend darzustellen", sagte ein CNN-Justizexperte.

DPA