Mit "Cold Storage" startet am 19. Februar eine Action-Horrorkomödie nach einem Drehbuch von "Jurassic Park"-Autor David Koepp (62) in den deutschen Kinos. "Stranger Things"-Star Joe Keery (33) und die aus dem Horror-Erfolg "Barbarian" bekannte Georgina Campbell (33) bekommen es in dem launigen Werk von Filmemacher Jonny Campbell ("Westworld") mit einem mysteriösen, hochgefährlichen Pilz-Parasiten zu tun, der an ihrem Arbeitsplatz, einem Self-Storage-Laden, für Angst und Schrecken sorgt. Die beiden einfachen Angestellten müssen in der Folge über sich hinaus wachsen, um ihr eigenes Überleben und das der gesamten Menschheit sicherzustellen.
Mittendrin in diesem mörderischen Chaos befindet sich Action-Recke Liam Neeson (73). In seiner ersten Kinofilmrolle seit dem umjubelten Remake von "Die nackte Kanone" verkörpert der aus Nordirland stammende Weltstar einen in die Jahre gekommenen Anti-Bioterror-Agenten.
Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät Neeson, ob er in Zukunft nur noch für Komödien vor der Kamera stehen wird, unter welchen Bedingungen er seine große Hollywood-Karriere an den Nagel hängen wird und, ob er immer noch einen Führerschein für einen Gabelstapler besitzt.
Herr Neeson, 2025 haben sie "Die nackte Kanone" gedreht. Bei "Cold Storage" handelt es sich jetzt zum Teil auch wieder um eine Komödie, diesmal mit viel Action und Horror dazu. Gibt das die zukünftige Richtung für ihre Karriere vor, solch eine Mischung aus Action und Komödie?
Liam Neeson: Nun, ich hoffe es. Es ist schön, beides machen zu können. Gott weiß, dass ich in der Vergangenheit genug ernsthafte Rollen gespielt habe. Bei "Die nackte Kanone" war es auf jeden Fall schön, die Gelegenheit zu haben, meinen komödiantischen Muskel zu trainieren. Und bei "Cold Storage" war es genauso. Es ist ein Thriller, der einen in Atem hält, aber er hat einen schönen, lustigen Kern, der sich durch den ganzen Film zieht.
Wie würden Sie Ihre Figur Robert Quinn beschreiben? Ist er ein Geheimagent, ein Special-Forces-Soldat?
Neeson: Er war in jüngeren Jahren wahrscheinlich bei den Special Forces. Und dann ist er wohl ein wenig hinübergegangen in diese Welt des Bioterrorismus. Natürlich ist er auch schon im Ruhestand, doch kehrt für ein letztes Abenteuer zurück.
In "Cold Storage" gibt es eine sehr lustige Szene, in der ihre Figur extreme Rückenschmerzen ertragen muss. War das für Sie auch eine ironische Anspielung auf das Älterwerden im Action-Genre?
Neeson: Oh ja. Auf jeden Fall. Ich bin damit gesegnet, nicht unter Rückenproblemen zu leiden, aber dafür muss ich jeden Tag hart arbeiten. Ich muss jeden Tag etwas dafür tun, gesund zu bleiben, wenn Sie verstehen, was ich meine. Wenn ich an den ersten "96 Hours"-Film denke, den haben wir vor rund 18 Jahren gedreht. Gevatter Zeit holt uns also ein.
Sie haben auch schon mehrfach angekündigt, sich aus Actionfilmen zurückziehen zu wollen. Haben Sie sich dafür eine gewisse Deadline gesetzt?
Neeson: Nicht wirklich eine Deadline. Ich denke, das Publikum wird mir schon zeigen, wenn es so weit ist. Wenn der Tag kommt, an dem ich meine Kampfszenen nicht mehr selbst drehen kann, werde ich aufhören. Aber im Moment macht es mir noch Spaß.
Ihr junger Co-Star Joe Keery hat mit der Netflix-Serie "Stranger Things" einen Welterfolg gefeiert. Haben Sie die Serie gesehen?
Neeson: Ich habe "Stranger Things" nicht gesehen, wahrscheinlich als einer von wenigen Menschen auf diesem Planeten. Aber ich habe es geliebt, mit Joe und Georgina zu arbeiten. Sie hatten eine großartige Chemie und eine wunderbare Energie, die mich als Schauspieler und Mensch inspiriert hat.
Der Film "Cold Storage" ist zu großen Teilen in Rom gedreht worden. Haben Sie dort nach Drehschluss die lokale Küche genossen?
Neeson: Einmal am Tag habe ich dort Pasta gegessen, Spaghetti aglio e olio jeden Abend. Ich glaube nicht, dass ich dort viel zugenommen habe, aber hausgemachte Pasta kann man einfach nicht ablehnen. Das geht einfach nicht.
Im ersten Teil von "Cold Storage" sind Sie hauptsächlich am Telefon zu sehen. Das erinnert dann doch stark an ihre ikonische Szene aus "96 Hours". Haben Sie das auch so empfunden?
Neeson: Ja. Deshalb habe ich sehr schnell gesprochen, um es hinter mich zu bringen.
"Cold Storage", nach einem Drehbuch von David Koepp, hat diese wunderbare Mischung aus Splatter-Horror und Komödie. War das etwas, das Sie an diesem Projekt am meisten interessiert hat?
Neeson: Ja, sehr sogar. Ich bin schon seit vielen Jahren ein großer Fan von David Koepp. Am Drehbuch von "Cold Storage" hat mir besonders dieser schöne komödiantische Faden gefallen, der sich durch den ganzen Film zieht, und trotzdem geht dabei niemals die Spannung der Geschichte verloren.
Vor ein paar Jahren haben Sie in einem Interview gesagt, Horror sei nicht Ihr Geschmack. Woher kam der Sinneswandel, wo es sich bei "Cold Storage" doch offensichtlich um einen Horrorfilm handelt?
Neeson: Nun, ich bin Zwilling, wissen Sie. Wir sitzen hier mindestens zu viert vor Ihnen. Das ist die Erklärung [lacht].
Das mag eine sonderbare Frage sein: Britische Medien berichten, dass sie in ihrer Jugend als Gabelstapler-Fahrer gearbeitet haben. Besitzen Sie noch einen Führerschein dafür?
Neeson: Oh ja. Transport Workers' Union [hebt die Faust]. Das war vor vielen, vielen Jahren.