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Kronprinz Felipe: Ein Mann setzt sich durch

Der spanische Thronfolger sieht nicht nur gut aus, er hat auch Durchsetzungsvermögen. Für die Liebe zur Journalistin Letizia Ortiz riskierte er sogar den Bruch mit seinen Eltern.

Ein Prinz wie aus dem Märchen: Der spanische Thronfolger Felipe ist groß, gut aussehend, wohlhabend und begehrt. Die US-Zeitschrift "People" wählte ihn einst unter die 25 bestaussehenden Männer der Welt, zeitweise trafen im Königspalast in Madrid mehr als 350 Liebesbriefe pro Woche ein. In der Journalistin Letizia Ortiz hat Felipe jedoch nach eigener Aussage seine große Liebe gefunden und will ihr am Samstag vor Milliarden Fernsehzuschauern in der ganzen Welt das Jawort geben. Dafür riskierte der sonst so musterhafte Sohn sogar den Bruch mit den Eltern und der Familientradition.

Felipe wurde am 30. Januar 1968 als drittes Kind von Prinz Juan Carlos und Prinzessin Sofia geboren. Seine beiden Schwestern können nach der spanischen Verfassung den Thron nicht besteigen, Felipe wurde daher im November 1977 zum Prinzen von Asturien und damit zum Thronfolger ernannt. Trotz dieser Bestimmung wollte der Vater ihm eine möglichst normale Kindheit ermöglichen, eine Kindheit, wie er sie selbst als von Diktator Franco auserwählter Nachfolger nicht hatte. Der Thronfolger besuchte eine Schule, auf der er keine Privilegien genoss. Er galt als diszipliniert und aufmerksam mit einem Talent für Mathematik und Naturwissenschaften.

Wichtigste Momente der Lehrjahre

Für seinen Vater empfindet Felipe tiefe Bewunderung. Diese Bewunderung wuchs, je mehr er von den Pflichten des Königs mitbekam, wie der Hofberichterstatter Norbert Loh in seiner Biografie "Felipe und Letizia. Die Krönung einer Liebe" schreibt. Der Prinz sagte danach: "Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht, nicht so sehr von meinem Vater abzuschauen, als vielmehr seine Entscheidungen zu begreifen. Diese Beobachtungen gehören zu den wichtigsten Momenten meiner Lehrjahre als zukünftiger König von Spanien."

Im Herbst 1988 begann Felipe an der Universität von Madrid ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, nahm jedoch in den Semesterferien an militärischen Übungen der Streitkräfte teil. An der renommierten Georgetown-Universität in Washington studierte er anschließend internationale Beziehungen. Nach Abschluss seiner akademischen Ausbildung 1995 nahm Felipe repräsentative Aufgaben wahr, bereiste die spanischen Regionen und moderierte im Fernsehen eine Umweltsendung.

Privatleben stand immer im Mittelpunkt

Die spanische Presse berichtet zwar zurückhaltend über Mitglieder des Königshauses, trotzdem stand Felipes Privatleben immer wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Seine erste Freundin soll Victoria Carvajal y Hoyos gewesen, die Tochter der Marquise von Isasi. Hofberichterstatter Loh schreibt, Felipe sei damals 20 Jahre alt gewesen und habe sich nicht getraut, das Mädchen mit nach Hause zu bringen. Es folgten kleinere Romanzen und Flirts, die hauptsächlich von der internationalen Klatschpresse begleitet wurden.

Ende der 80er Jahre verliebte sich der Prinz in Isabel Sartorius. Die beiden waren 18 Monate lang ein Paar, bevor Felipe sich auf Anweisung seiner Eltern von Isabel trennte. Ihr Makel: Ihre Eltern waren geschieden. Königin Sofia soll dagegen erfreut gewesen sein über Isabels Nachfolgerin, die Prinzessin Maria Carolina de Bourbon y Parma, die ideal als künftige Königin gewesen wäre. Beide beendeten jedoch nach einigen Wochen ihre Beziehung. Auch die Beziehung zu dem New Yorker Fotomodell Gigi Howard zerbrach, diesmal war anscheinend die ständige Beobachtung durch Paparazzi verantwortlich.

"Unterwäsche-Königin" von der Presse verrissen

Auf einer Geburtstagsfeier seines Freundes Kronprinz Haakon von Norwegen lernte Felipe das norwegische Model Eva Sannum kennen. Ein Jahr lang bekam die Öffentlichkeit von der Beziehung nichts mit, die beiden trafen sich zumeist heimlich im Ausland. Als sie doch eine Verabredung auf Mallorca wagten, wurden sie prompt von Fotografen entdeckt. "Felipe und die Unterwäsche-Königin" lautete eine der Schlagzeilen, hatte doch Eva als Model in Dessous posiert. Auch beim Volk kam die Ausländerin nicht gut an: 97 Prozent der Spanier lehnten sie in Umfragen ab. Nach Gesprächen mit seinen Eltern erklärte Felipe schließlich die Beziehung offiziell für beendet.

Im August 2003 stellte der Prinz dann seine Freundin Letizia seinen Eltern vor, eine Ehre, die Isabel Sartorius und Eva Sannum nicht zugekommen war. Gegen den Widerstand der Eltern setzte Felipe die Hochzeit durch und folgte damit dem Beispiel der Thronfolger aus Norwegen, den Niederlanden und Dänemark, die ebenfalls "nicht standesgemäße" Ehefrauen wählten.

Nina Becker/AP / AP / DPA
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