Spanien Letizia überstand Feuertaufe in Kopenhagen

Noch ist sie keine Prinzessin. Aber Letizia Ortiz hat bei der Hochzeit in Kopenhagen bewiesen, dass sie diese Rolle bestens erfüllen wird.

Noch ist sie keine Prinzessin. Doch nach dem Eindruck der meisten Spanier hat Letizia Ortiz bei der Hochzeit des dänischen Kronprinzen Frederik und der Australierin Mary Donaldson am Wochenende bewiesen, dass sie diese Rolle von diesem Samstag an bestens erfüllen wird. Die Grazie und zugleich die Selbstsicherheit, mit der die Verlobte des spanischen Thronfolgers Felipe (36) sich bei ihrem Einstand inmitten der gekrönten Häupter aus aller Welt gab, ließen die Menschen in ihrer Heimat schwärmen - nicht zuletzt auch über ihr "atemberaubendes" Erscheinungsbild.

"Generalprobe geglückt"

"Generalprobe geglückt", lautete das einhellige Urteil der Presse über den ersten Auftritt "Letis" in solch erlauchtem Kreis. "Sie gab sich locker und ungezwungen, fast so, als hätte sie so etwas schon öfter erlebt", meinte "El País" über die resolute 31-Jährige, die am 22. Mai in der Madrider Almudena-Kathedrale Felipe das Ja-Wort geben wird. Die nach Kopenhagen gereisten Reporter überschlugen sich fast vor Komplimenten. "Entzückend", schrieb "El Mundo". Und die Zeitung "ABC" stellte fest: "Sie hat eine Lektion in Eleganz erteilt, und zwar eine, die Spuren hinterlässt."

So leicht wird der früheren Nachrichtenmoderatorin ihre Feuertaufe allerdings nicht gefallen sein - zumal sie mit den strengen Blicken ihrer künftigen Schwiegermutter, Königin Sofía (65), rechnen musste. Aber Letizia ist schließlich ein Profi vor den Kameras und ließ sich nichts anmerken. Sie winkte den Fotografen zu, fachsimpelte mit den übrigen Gästen oder unterhielt sich angeregt - auf spanisch - mit der aus Argentinien stammenden Prinzessin Màxima der Niederlande. Und natürlich mit ihrem Verlobten, mit dem sie Anregungen für ihre eigene Hochzeit zu besprechen schien.

Königlicher Schmuck

Von Königin Sofía bekam Letizia sogar den Schmuck für den Anlass geliehen: Art-Déco-Ohrringe und eine dazu passende Brosche aus Brillanten und Rubinen sowie eine mit kleinen Kristallperlen besetzte Tasche von Anfang des 20. Jahrhunderts, die als echtes Museumsstück gilt.

Aufsehen erregte die künftige Prinzessin aber vor allem mit ihren Kleidern, entworfen vom spanischen Modedesigner Lorenzo Caprile. Bei dem Galakonzert im Königlich-Dänischen Nationaltheater trug sie ein schulterfreies, tailliertes Brokat-Kostüm, zur Trauung im Kopenhagener Dom erschien sie in einem feuerroten Kleid aus Krepp und Tüll mit Trapezausschnitt, dazu eine Frisur im Stil der 40er Jahre, das gewellte Haar zu einem Knoten gesteckt. Felipe trug die Galauniform eines Korvettenkapitäns der Marine.

Lediglich Königshausexperte Jaime Peñafiel lästerte. "Nach ihrem Auftritt in Kopenhagen kann Letizia bei ihrer eigenen Trauung jetzt nur noch mit ihrem mit Spannung erwarteten Hochzeitskleid glänzen. " Dieses, das weiß man bereits, wird weitaus braver ausfallen.

Von Jörg Vogelsänger/DPA


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