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Lindsay Lohan: Ihr Vater outet sie als Süchtige

Die Karriere von Lindsay Lohan liegt derzeit auf Eis. Ihr Vater Michael Lohan glaubt den Grund zu kennen: die Tablettensucht seiner Tochter.

Von Nina Anika Klotz

Zu Risiken und Nebenwirkungen verschreibungspflichtiger Medikamente kann man seinen Arzt oder Apotheker befragen - oder aber Michael Lohan. Der Vater von Schauspielerin Lindsay Lohan Vater gab dem amerikanischen Internetdienst "Radar Online" gerade ein Interview über die von ihm diagnostizierte Tablettensucht seiner Ältesten. "Wissen Sie, warum Lindsay zurzeit keine Filme dreht? Weil sie nicht kann. Ihr Talent kann sich nicht mehr entfalten. Schuld sind diese Medikamente." Von wegen Alkohol, Kokain oder gar härtere Drogen - die wirkliche Gefahr sieht Vater Michael in dem, was Ärzte und Therapeuten der 23-Jährigen verschreiben. "Dieses Zeug bringt Menschen um. Sehen Sie nur, was mit Heath Ledger und Michael Jackson passiert ist", so Lohan, ein drahtiger Mann in seinen frühen Fünfzigern.

Was genau auf Lindsays Rezepten steht, verriet ihr Vater nicht. Allerdings liegt es erst ein paar Monate zurück, dass das Gerücht die Runde machte, sie sei abhängig von Adderall, eigentlich ein Medikament für Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit (ADHS). "Sie schluckt den ganzen Tag solche Pillen, sie zittert schon total deswegen", verriet damals einer ihrer Freunde. Adderall ist in Hollywood als Szene-Droge bekannt und beliebt - vor allem wegen seiner Nebenwirkungen: Die übermäßige Einnahme führt zu rapidem Gewichtsverlust und wirkt aufputschend. Adderall kann aber neben Schlaflosigkeit auch lebensgefährliche Herzprobleme, Depressionen und Persönlichkeitsveränderungen verursachen. Genau solche beobachtet Michael Lohan an seiner Tochter: "Wenn ich sie in den Arm nehme, fühlt sie sich leer an. Wenn ich sie küsse, bekomme ich eine Gänsehaut."

Diese Enthüllungen werden das Vater-Tochter-Verhältnis, das sich erst in den vergangenen Wochen entspannt hatte, aufs Neue belasten. Michael Lohan, seit einem Jahr Anhänger einer konservativ-christlichen Gruppe, hatte seiner Tochter das Leben zur Hölle gemacht, als sie mit Samantha Ronson eine lesbische Beziehung hatte. Doch nach dem Einbruch in ihre Hollywood-Hills-Villa gestattete Lindsay ihrem Vater zuletzt sogar, eine Woche bei ihr zu wohnen. Eine Zeit, in der ihm die Augen geöffnet wurden: "Das ist nicht das Kind, das ich großgezogen habe", klagt er. "Ich saß da und habe geweint."

Daddys Drogen-Offenbarung wird Lindsays Karriereaussichten wohl eher verschlechtern. Doch Michael Lohan sah sich "gezwungen", an die Öffentlichkeit zu gehen: "Sie hört ja nicht auf mich. Deshalb werde ich den Druck erhöhen, damit sie endlich das Richtige tut." Unversehens startet Michael Lohan auch gleich in Runde zwei seiner fragwürdigen One-Man-Show. Auf einer Pressekonferenz gab er kund, rechtliche Schritte gegen den Promiblogger Perez Hilton einzuleiten. "Ich werde ihm verbieten, obszöne Bilder auf seiner Webseite zu veröffentlichen", so Lohan. Er meint Hiltons Kritzeleien auf Promibildern - Lindsay zeichnet er mit Vorliebe Penisse ins Gesicht.

Doch ob ihr der Vorstoß ihres Vaters aus dem Tief hilft? Zuletzt spritzte weniger Perez Hilton Gift als die Modeszene in Paris, wo Lindsay ihre Kollektion für das Label Ungaro präsentierte und sie jetzt auch der Karriere wegen hinziehen will. "Es wird Zeit, dass du versuchst, deine Filmkarriere wiederzubeleben," riet ihr die Fachzeitung "Women's Wear Daily". Schade für Lindsay Lohan, dass es keine Karrierepusher auf Rezept gibt.