HOME

McCartney/Mills: Scheidungskrieg per Schlagzeile

Spaß muss sein, auch im Krieg: Kokett tritt Heather Mills in Stella-Cartney-Stiefeln vor die Kameras, weniger lustig sind die Anschuldigungen, die sie gegen Ex Paul McCartney vorträgt. Angeblich soll er seine erste Frau Linda misshandelt haben.

Vermutlich ist Heather Mills derzeit nicht nur die meistgehasste Frau Großbritanniens, sondern auch die meistfotografierte. Auch an diesem Wochenende ließ sich von "Sun" bis "Sunday Times" kaum eine Zeitung die Chance entgehen, ein Foto der Noch-Ehefrau von Alt-Beatle Paul McCartney (64) auf die Titelseite zu heben. Der böse Scheidungskrieg, bei dem es um ein Vermögen von mehr als 1,2 Milliarden Euro und das Sorgerecht für Tochter Beatrice (2) geht, hat sich zum Auflagenbringer des Jahres entwickelt.

Und als Ex-Model weiß die 38-Jährige, dass es auch aufs Aussehen ankommt. Also entschied sie sich am Samstag beim Gang vor die Fotografen für einen Auftritt ganz in schwarz, mit hohen Stiefeln, die - so viel Spaß muss sein - aus der Kollektion von Stella McCartney stammen. Die 35-Jährige ist McCartneys Tochter aus der ersten Ehe mit der an Krebs gestorbenen Fotografin Linda Eastman.

Der Gag mit den Stiefeln war dann aber auch die einzige komische Note in dem Drama, das sich für die Briten zur "Showbiz-Scheidung des Jahrhunderts" ("Sunday Mirror") entwickelt. Auch wenn bei der Trennung im Mai alle das Interesse an einem Auseinandergehen in Freundschaft bekundeten: Heute ist daraus ein Musterbeispiel dafür geworden, was ein prominentes Paar bei der Scheidung alles falsch machen kann.

Bettpfanne verweigert?

Mittlerweile füttern beide Seiten die Schlagzeilen mit Schuldvorwürfen, die die Grenze zur Groteske längst überschritten haben. Beispielsweise soll McCartney seiner Ehefrau, die seit einem Verkehrsunfall nur noch ein Bein hat, eine Bettpfanne verweigert haben. Deshalb sei sie gezwungen gewesen, nachts auf dem Boden zur Toilette zu kriechen. Im Gegenzug soll Mills den gewiss nicht uneitlen Popstar immer wieder als "alten Mann" beschimpft haben.

Schwerer wiegen die Vorwürfe, dass McCartney bei mindestens vier Gelegenheiten gewalttätig geworden sein soll - was dieser über seine Anwälte entschieden dementieren ließ. Daraufhin setzte die Gegenseite am Sonntag noch eins drauf: Angeblich verfügt Mills nun auch über Informationen, wonach der Ex-Beatle auch seine erste Frau Linda misshandelt haben soll, die im April 1998 an Brustkrebs starb.

Die Sympathien sind einseitig verteilt

Schwer zu glauben, weil die 29-jährige Ehe bislang als einer der glücklichsten Partnerschaften des Musik-Business gilt. Eben erst hat McCartney fürs Jahr 2007 einen Kalender mit zwölf Aufnahmen seiner ersten Frau veröffentlicht. Auch sein neues Klassik-Album hat er Linda gewidmet. Für die Leute in seiner Umgebung ist dies eine neue Gelegenheit, Mills’ Glaubwürdigkeit in Frage zu ziehen. Das Ex-Model wird dort als notorische Lügnerin dargestellt.

"Das wird von Minute zu Minute lächerlicher", sagt einer der vielen namenlosen Freunde, die die britischen Zeitungen jetzt so gern zitieren. "Bald wird sie erzählen, dass sie eine völlig neue Farbe entdeckt hat." Tatsächlich sind die Sympathien in der Öffentlichkeit einseitig verteilt. Trotz aller schmutzigen Vorwürfe gilt immer noch McCartney als derjenige, mit dem man Mitleid haben muss. Das ist dem Mills-Lager durchaus bewusst. "Es ist, als ob man sich gegen die Queen Mum erheben würde", sagte ein - anonymer - Freund dem "Mirror".

Wie bei jeder anderen Scheidung gibt es an Leidtragenden aber natürlich mehr als zwei - vor allem die gemeinsame Tochter. Nicht nur, weil die Geburtstagsfeier für Beatrice, die am nächsten Samstag drei Jahre alt wird, soeben abgesagt wurde.

Christoph Sator/DPA / DPA