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Michael Jackson: Die Vermarktung geht weiter

Nun ist es amtlich: Ein Gericht in Los Angeles entschied, dass auch nach dem Tod von Michael Jackson Fanartikel des Popstars verkauft werden dürfen. Jacksons Mutter Katherine begrüßte die Entscheidung und erwägt ihrerseits selbst eine Klage - wegen möglicher fahrlässiger Tötung.

T-Shirts, Karten, Online-Spiele und viele andere Artikel mit dem Logo von Michael Jackson dürfen auch nach dem Tod des legendären Popstars verkauft werden. Das entschied Richter Mitchell Beckloff vom Superior Court in Los Angeles am Montagabend (Ortszeit). Der Deal mit dem Unternehmen Bravado International Group Merchandising könnte bis zu 15 Millionen Dollar (10,6 Millionen Euro) einbringen und soll vor allem Jacksons drei Kindern zugutekommen. Die Mutter des "King of Pop, Katherine Jackson, begrüßt den Richterspruch nach Angaben der "Los Angeles Times" vom Dienstag.

Noch nicht abgeschlossen ist dagegen das juristische Tauziehen um eine von dem Konzertveranstalter AEG vorgeschlagene Memorabilia-Tour mit Gegenständen aus dem Nachlass von Michael Jackson. AEG will die Erinnerungsstücke in drei Städten ausstellen. Die Tour soll parallel zur Premiere des Michael-Jackson-Films anlaufen, der die Pop-Ikone bei seinen letzten Proben für die geplante Konzertreihe in London zeigen wird.

Katherine Jackson verwahrte sich vor Gericht dagegen, dass der Erlös aus der Tour zu jeweils 50 Prozent zwischen AEG und der Erbengemeinschaft aufgeteilt wird. Mutter Katherine verwaltet derzeit noch die Hinterlassenschaft ihres Sohnes und hat außerdem die Vormundschaft für dessen drei Kinder Michael, Paris und Prince Michael II, genannt Blanket. Richter Beckloff wollte die Beratungen über den AEG-Vertrag an diesem Freitag abschließend behandeln, hieß es.

Gleichzeitig verlautete, dass Katherine Jackson eine Zivilklage wegen widerrechtlicher Tötung ihres Sohnes erwägt, wie CNN am Dienstag berichtete. Der Sender stützt sich auf Aussagen von Jacksons Anwalt Burt Levitch. Danach wolle Katherine Jackson den Konzertveranstalter AEG verklagen. Dieser habe "offenbar für die Dienste von (Michael Jacksons Hausarzt) Dr. Conrad Murray gezahlt, gegen den unseren Informationen zufolge im Zusammenhang mit dem Tod ermittelt wird", zitierte CNN Levitch.

Michael Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Auslöser war vermutlich das Narkosemittel Propofol, das er sich wegen seiner Schlafstörungen spritzen ließ. Sein Privatarzt Murray steht im Verdacht, dem Sänger das gefährliche Mittel verabreicht und ihn dann alleingelassen zu haben. Gegen den Mediziner wird wegen eines Tötungsdelikts ermittelt.

Michaels Leiche soll nach Angaben von Vater Joe Jackson am Geburtstag des Popstars bestattet werden. Dieser wäre am 29. August 51 Jahre alt geworden. US-Medien berichteten am Dienstag, dass der Sänger entgegen ursprünglichen Plänen nicht in einem namenlosen Grab, sondern in einem prunkvollen Mausoleum seine letzte Ruhe finden soll. Seine Überreste werden derzeit auf dem Forest Lawn Friedhof in Hollywood Hills in einem Tiefkühlraum aufbewahrt. Den Informationen nach hat sich die Familie nach monatelanger Debatte darauf geeinigt, Michael auf diesem Prominentenfriedhof und nicht auf seiner Neverland Ranch beizusetzen.

DPA / DPA