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Michael Jacksons Kinder: Oma Katherine bekommt das Sorgerecht

Im Streit um die drei Kinder von Popstar Michael Jackson ist es zu einer Einigung gekommen. Die Mutter des Sängers, Katherine Jackson, und Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe hätten sich darauf verständigt, dass die Kinder von ihrer Oma aufgezogen werden, teilte Rowes Anwalt mit.

Fünf Wochen nach dem Tod von Michael Jackson ist die Frage des Sorgerechts für seine Kinder geklärt. Jacksons Mutter Katherine werde das dauerhafte Sorgerecht für die drei Kinder übernehmen, teilten die Jackson-Familie und die leibliche Mutter der beiden ältesten Kinder, Debbie Rowe, mit. Während das Sorgerecht bei der Oma verbleibt, wird Rowe ein Besuchsrecht eingeräumt. Die Details für die Besuche werde ein von Rowe und Jackson gemeinsam ausgewählter und bezahlter Psychologe ausarbeiten. In der Mitteilung heißt es weiter, dass im Rahmen der Einigung über das Sorgerecht kein Geld geflossen sei.

Jacksons drei Kinder Prince, Paris und Blanket sind seit dem Tod des Sängers am 25. Juni in der Obhut ihrer 79 Jahre alten Oma. In seinem Testament gibt Jackson seiner Mutter das Sorgerecht für die Kinder. Als mögliche Ziehmutter benannte er auch die US-Sängerin Diana Ross, mit der er gut befreundet war. Rowe wird in dem Testament vom 7. Juli 2002 nicht bedacht.

Der US-Fernsehsender NBC berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, Prince Michael und Paris wüssten mittlerweile, dass Rowe ihre leiblich Mutter sei. Teil der Einigung zwischen Rowe und Katherine Jackson sei es, den Kindern nach dem Tod ihres Vaters den Aufbau einer Beziehung zu ihrer Mutter zu ermöglichen, mit der sie nie zusammengelebt haben. Ein Kinderpsychologe solle diesen Prozess überwachen. Prince Michael II. wurde von einer Leihmutter zur Welt gebracht, deren Identität nie bekannt gegeben wurde.

Unterdessen haben die Ermittler neue Vorwürfe gegen Jacksons Privatarzt Conrad Murray erhoben. Dem 51-Jährigen droht eine Anklage wegen mehrerer Vergehen. Wie die "Los Angeles Times" unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, haben die Ermittler den Kardiologen neben Totschlag auch wegen unrechtmäßigen Verschreibens von Medikamenten und der "Versorgung eines Süchtigen mit Arzneimitteln" ins Visier genommen.

Am Donnerstag wurden mehr Einzelheiten über die Ermittlungen gegen Murray bekannt. Die Durchsuchung seines Wohnhauses und seiner Praxis in Las Vegas am Dienstag drehte sich hauptsächlich um Hinweise auf das Narkosemittel Propofol, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Wortlaut des Durchsuchungsbefehls. Bei der über achtstündigen Aktion seien unter anderem fünf Computerfestplatten und zahlreiche Aktenordner beschlagnahmt worden. Der Kardiologe steht im Verdacht, Jackson wenige Stunden vor dessen Tod das gefährliche Narkosemittel verabreicht zu haben.

Die Ermittlungen ergaben, dass Murray unter erheblichen Geldnöten litt, als Jackson ihn ihm Mai 2009 als seinen Privatarzt einstellte. Der Kardiologe, der inzwischen im Mittelpunkt der Ermittlungen über Jacksons plötzlichen Tod steht, hatte Schulden von mindestens 780.000 Dollar (555.000 Euro), wie aus Gerichtsunterlagen in Las Vegas hervorgeht. Dazu kommen laut einem ehemaligen Geschäftspartner weitere 68.000 Dollar, die Murray für die Lieferung eines Energydrinks schuldig geblieben sei.

Unter anderem konnte Murray den Dokumenten zufolge die Hypothekenraten für sein Anwesen in Höhe von monatlich 15.000 Dollar nicht bezahlen. Außerdem standen 363.000 Dollar für Geräte in seiner Herzklinik aus. Hinzu kamen Schulden für Studentendarlehen aus den 80er Jahren sowie für Alimente und Kreditkarten.

Bereits 1992 hatte der Kardiologe in Kalifornien Konkurs angemeldet. Der Konzert-Promoter AEG Live wollte dem 56-Jährigen 150.000 Dollar monatlich dafür zahlen, dass er Jackson für die geplanten 50 Auftritte in London fit hält. Murray hat sich öffentlich seit Jacksons Tod nicht geäußert. Sein Anwalt Ed Chernoff sagte, der Mediziner habe nichts verschrieben, das Jackson "hätten töten sollen".

AFP/AP/DPA / AP / DPA