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Milky Chance: Darum sind sie auf dem Boden geblieben

Milky Chance haben eie Bilderbuch-Karriere hingelegt. Abgehoben sind die Musiker Clemens Rehbein und Philipp Dausch deshalb aber nicht.

Clemens Rehbein (li.) und Philipp Dausch haben eine

Clemens Rehbein (li.) und Philipp Dausch haben eine

Milky Chance haben seit der Veröffentlichung ihrer Hit-Single "Stolen Dance" eine steile Karriere hingelegt. Das hessische Pop-Duo bestehend aus Clemens Rehbein (27) und Philipp Dausch (27) tourte unablässig um die Welt und eroberte sogar den für deutsche Bands eher schwer zugänglichen amerikanischen Markt. Jetzt wollen sie mit ihrem dritten Album "Mind The Moon" diese unglaubliche Erfolgsstory weiterschreiben. Dass die beiden Musiker trotz des Erfolges aber immer noch ziemlich bodenständig sind, haben die jungen Väter vor allem ihren Familien zu verdanken, wie Rehbein im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät.

Musiker haben ja den Ruf, bis tief in die Nacht zu arbeiten. Das Interview führen wir um neun Uhr morgens: Sind Sie ein Morgenmenschen?

Clemens Rehbein: Wir haben mittlerweile alle Kinder, deshalb arbeiten wir tatsächlich eher tagsüber. Dafür, dass wir Musiker sind, ist bei uns eigentlich alles ziemlich durchgetaktet.

Wie integrieren Sie Ihren Arbeitstag in den Familien-Alltag?

Rehbein: Keine Ahnung! Das ist eine stetige Herausforderung, die mal besser und mal schlechter gemeistert wird. Wir passen natürlich die Arbeitszeiten so gut es geht an. Wenn wir auf Tour sind, versuchen wir, nicht länger als drei Wochen am Stück unterwegs zu sein und zwischendurch Pausen zu machen. Es ist ein anderes Zeit-Management.

Wie schwer fällt es Ihnen, Ihre Kinder zu Hause zu lassen und auf Tour zu gehen?

Rehbein: Natürlich vermisst man seine Familie sehr schnell. Aber ich glaube, dass man da mit einer gewissen Gelassenheit rangehen muss. Man darf sich nicht ständig selbst ein schlechtes Gewissen machen. Die Kinder spüren das. Sie sollten lieber sehen, dass Papa seinem Traumberuf nachgeht und darin aufgeht.

Was machen Sie, wenn Sie trotzdem mal Heimweh bekommen?

Rehbein: Zum Glück gibt es Facetime. Ansonsten lenken wir uns ab oder drücken auch mal eine Träne weg.

Milky Chance haben in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Was erdet Sie immer wieder?

Rehbein: Nachhause kommen, unser soziales Umfeld und die Kinder sowieso. Gerade in den Jahren, wo es ziemlich viel war und man selbst nicht so recht wusste, was gerade abgeht, war das Nachhausekommen immer ein wichtiger Gegenpol.

Das dritte Album wird oft als das "Make-it-or-Break-It-Album" bezeichnet. Sie sind aber eigentlich schon längst über diesen Punkt hinaus. Was war Ihnen bei "Mind the Moon" selbst wichtig?

Rehbein: Wie bei jedem Album, wollten wir die Musik machen, auf die wir selbst Lust haben. So wie wir uns gerade musikalisch fühlen und das auf das Album transportieren. Mit dem zweiten Album nimmt man noch die auslaufende Hype-Welle mit. Jetzt ist sie wahrscheinlich aber langsam abgeebbt. Das Album steht jetzt mehr oder weniger für sich alleine. Und mit dem dritten Album legt man auch oft die Kompassnadel längerfristig fest. Aber wer weiß, was noch so kommt in der Zukunft.

Gab es eine Marschrichtung, in die Sie von Anfang an gehen wollten?

Rehbein: Wenn man es eine Marschrichtung nennen will, dann haben wir uns vorher nur vorgenommen, wieder minimalistischer zu arbeiten, mehr "wie früher". Wir wollten mit wenigen, aber guten Ideen Songs schreiben. Beim zweiten Album hatten wir viel mehr Möglichkeiten und haben mehr ausprobiert.

Sie sind eine der wenigen Bands, die es geschafft haben, das Momentum mitzunehmen und in den USA Fuß zu fassen. Warum ist es für deutsche Bands über dem Großen Teich so schwer?

Rehbein: Ich habe das Gefühl, dass das mittlerweile immer mehr verschwimmt. Das ist hauptsächlich der Globalisierung geschuldet. Jede Metropole auf der Welt hat immer und überall Internet. Bis auf ein Paar Ausnahmen wie Rammstein hilft es natürlich auch immer, wenn man auf Englisch singt und es auch so klingt.

Mit "Stolen Dance" hat alles angefangen. Was bedeutet Ihnen der Song heute?

Rehbein: Er war und ist nun mal das schnellste Pferd im Stall. Er hat uns sehr viele Türen geöffnet. Manchmal bekommt er auch am meisten Aufmerksamkeit und überschattet die anderen Songs, was vielleicht der Nachteil daran ist.

SpotOnNews
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