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Geschmackloses Video Model täuscht eigene Entführung vor – angeblich für einen guten Zweck

Masika Kalysha
Masika Kalysha wurde in den USA durch Reality-TV-Shows bekannt
© Picture Alliance
Mit schockierenden Bildern meldete sich Masika Kalysha bei ihren Fans. Sie sei entführt worden, ihre Follower sollten ihr Geld schicken. Wenig später klärte sie auf: Der Fake sollte einem guten Zweck dienen. Das kam nicht gut an.

Mit Freiheitsberaubung und sexueller Gewalt macht man normalerweise keine Späße – die Influencerin Masika Kalysha hat sich nicht (!) an diese Regel gehalten. Jetzt sieht sich Kalysha scharfer Kritik ausgesetzt. Wie das US-Portal "TMZ" berichtet, veröffentlichte das Model am Dienstag ein Video auf Instagram, in dem es Unterwäsche trug und von Hämatomen im Gesicht gezeichnet war. Kalysha behauptete darin, sie sei entführt worden.

Die Entführer verlangten, dass ihre Fans ihr auf der Plattform OnlyFans folgten und ihr dort Geld überwiesen, sagte Kalysha in die Kamera. Auf der kostenpflichtigen Seite präsentieren sich Influencerinnen und Models häufig in sehr freizügigen Posen. 80 Prozent des Geldes gehen an die Ersteller der Inhalte. Die Kidnapper würden sie nur gehen lassen, wenn sie das Geld bekommen, sagte Kalysha in dem Video. Wenig später jedoch stellte sich alles als ein großer Fake heraus.

Angebliche Entführung sollte auf Sexhandel aufmerksam machen

Masika Kalysha löschte das erste Video und meldete sich mit einem zweiten bei ihren Followern. Darin klärte sie auf, dass es nie eine Entführung gegeben habe. "Es tut mir leid, dass ich euch Angst eingejagt habe, aber manchmal braucht man diesen Schock", sagte sie in Richtung ihrer Fans, sie wolle auf etwas Wichtiges aufmerksam machen: ihren neuen Film, in dem es um Kindersexhandel geht.

Mit der vorgetäuschten Entführung wollte Kalysha den Blick auf das Schicksal von Kindern und Frauen lenken, die verkauft und sexuell missbraucht werden. Sie habe sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, erklärte Kalysha, und arbeite mit der Hilfsorganisation Rose zusammen, die Opfer von Sexhandel unterstützt. Ihr selbst gehe es gut, versicherte das Model. Auch die Original-Version dieses Videos ist nicht mehr online verfügbar. 

Streit mit Hilfsorganisation

Bei ihren Fans und Followern kam diese Art der Werbung jedoch alles andere als gut an. Auch wenn Kalysha damit auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen wollte, waren viele Fans der Meinung, dass sie dafür definitiv das falsche Mittel gewählt hatte. Für den Aufruf, ihre Seite zu liken und ihr Geld zu überweisen, konnte kaum jemand Verständnis aufbringen.

Auch die Hilfsorganisation, mit der Kalysha erst seit kurzem kooperiert, hat sich von ihr distanziert. "Ich bin sicher, sie hat es gut gemeint, aber sie spricht nicht für meine Organisation", schrieb Toni Rivera, die Gründerin von Rose, auf Instagram. Hilfsorganisation und Model sind nun zerstritten: "Ihr wolltet meine Plattform, bis ihr sie bekommen habt", schoss Masika Kalysha zurück.

Quellen:Masika Kalysha auf Instagram / "TMZ" / Toni Rivera auf Instagram

epp

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