Monaco Abschied von Fürst Rainier


Seit Sonntag können die Monegassen Rainier III. die letzte Ehre erweisen. Doch im exklusiven Monaco wird nicht jeder zum toten Fürsten vorgelassen.

Seit Sonntag können die Monegassen von ihrem verstorbenen Fürsten Rainier III. persönlich Abschied nehmen. Der im Alter von 81 Jahren gestorbene Regent ist bis zum Mittwoch in der barocken Saint-Jean-Baptiste-Kapelle aufgebahrt. Viele Bürger stellten sich am Sonntag trotz eines feinen Sprühregens vor dem Fürstenpalast an, um Rainier, der Monaco fast 56 Jahre lang regiert hat, ein letztes Mal zu sehen.

"Heute sind wir alle Waisen"

Rainiers Nachfolger Prinz Albert II. rief die Monegassen zur Geschlossenheit auf. Das gesamte Fürstentum sei in Trauer um Rainier vereint, sagte Albert in einer ersten öffentlichen Erklärung seit dem Tod seines Vaters. "Heute sind wir alle Waisen", sagte Albert. "Die tiefe Traurigkeit, die wir empfinden, bringt unsere Herzen näher zusammen und eint unsere Gemeinschaft stärker als je zuvor." Sein Vater habe Monaco und die Monegassen leidenschaftlich geliebt.

Nur die ausgewiesenen Einwohner des winzigen Fürstentums an der Côte d'Azur sowie Diplomaten und ausländische Persönlichkeiten dürfen dem toten Herrscher die letzte Ehre erweisen. Die Zeiten dafür sind strikt geregelt. Neugierige, die auch einen Blick auf den Leichnam werfen wollen, werden abgewiesen.

Sicherheitsschleusen beim Zugang zu dem Ehrenhof des Grimaldi-Palastes auf dem fürstlichen Felsen über dem Mittelmeer gibt es dabei nicht, "denn wir kennen die Monegassen", sagte Innenminister Philippe Deslandes. Von den etwa 32.500 Einwohnern der Steueroase sind nur knapp 7700 echte Monegassen. Die übrigen Residenten kommen aus 122 verschiedenen Staaten.

Beisetzung am Freitag

Unterdessen bereitet Monaco die Beisetzungsfeierlichkeiten für Fürst Rainier vor. 1000 monegassische und französische Sicherheitsexperten und Polizisten sollen am kommenden Freitag dafür sorgen, dass die aus aller Welt erwarteten Gäste aus der Politik und anderen Königshäusern bei der Trauerfeier ungestört bleiben.

"Zu Land, zu Wasser und in der Luft wird die Sicherheit verstärkt", erklärte Deslandes. Rund um den Palast der Grimaldi-Dynastie und auch nahe der Kathedrale wurden sämtliche Kanaldeckel zugeschweißt, um Bombenattentaten vorzubeugen. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac und Gattin Bernadette haben bereits ihr Kommen zugesagt.

Weil die Kathedrale von Monaco nur 800 Plätze bietet, wird es zwei Messen geben. Bis zu 1500 TV-Sender können die mittägliche Beisetzungsfeier mit prominenten Gästen übertragen. Abends ist eine zweite Messe für die Monegassen geplant. Rainier wird in der Krypta der Kathedrale an der Seite von Fürstin Gracia Patricia zur letzten Ruhe gebettet. Er hatte nach ihrem tragischen Unfalltod 1982 nicht wieder geheiratet.

AP/DPA AP DPA

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