Während Kronprinzessin Mette-Marit immer mehr Unterstützung vom norwegischen Volk verloren hat, scheint die Beliebtheit ihres Mannes, Kronprinz Haakon ungebrochen. In einer Umfrage, die Ende März vom Meinungsforschungsinstitut InFact für die norwegische Zeitung „Nettavisen“ durchgeführt wurde, gaben 80 Prozent der Norweger an, dass sie glauben, Haakon werde ein „sehr guter“ oder „ziemlich guter“ König. Kurz zuvor war er an der Seite seiner Frau im TV aufgetreten.
Haakon könnte der „Mann des Jahres“ werden
In dem Interview, auf das die norwegische Öffentlichkeit lange gewartet hatte, erklärte Mette-Marit ihren Kontakt zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Die Anfang des Jahres veröffentlichten Akten hatten gezeigt, dass der Kontakt zwischen dem Straftäter und der Kronprinzessin enger war als zuerst angenommen. Gleichzeitig musste sich ihr Sohn Marius Borg Høiby sieben Wochen lang vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Erst nach Prozessende erklärte sich Mette-Marit. Ihre Umfragewerte hatte das allerdings nicht verbessert. In einer ebenfalls für „Nettavisen“ durchgeführten Umfrage gaben 41,2 Prozent an, noch mehr Vertrauen in die Kronprinzessin verloren zu haben.
Die Popularität des Thronfolgers hingegen ist weiterhin groß. Haakon wurde nun sogar für den Titel „Mann des Jahres 2026“ nominiert. Mit dem Titel, den die norwegischen Modeplattform „Villoid“ vergibt, sollen Männer ins Rampenlicht gerückt werden, die sich durch ihre Leistungen oder ihren gesellschaftlichen Einfluss hervorgetan haben. „Norwegens zukünftiger König verbindet Tradition mit einer modernen und engagierten Weltsicht“, heißt es auf der Webseite zur Nominierung des Thronfolgers.
Neben Haakon sind noch zehn andere bekannte norwegische Männer nominiert, darunter Prominente wie der norwegische Fußballstar Erling Haaland und Ex-NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Die Gründerin der Mode-Plattform, Dyhre Kvisvik, erklärte gegenüber der Zeitung „Dagbladet“, dass sich der Kronprinz seit vielen Jahren für die Gleichstellung der Geschlechter einsetze, sowohl in Norwegen als auch im Rest der Welt.
Außerdem habe Haakon sich im vergangenen Jahr „als beständige und einigende Kraft für die Gesellschaft und seine Angehörigen in einer anspruchsvollen Zeit für die königliche Familie erwiesen“. Unter anderem habe er sich immer wieder durch seine bedingungslose Unterstützung von Mette-Marit hervorgetan. „Kronprinz Haakon verkörpert einen Mann, der seine Machtposition nutzt, um andere zu fördern, nicht um sich selbst in den Vordergrund zu rücken“, so Kvisvik.
Die Abstimmung für die Auszeichnung läuft noch bis zum 15. April.