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Sohn von Königin Elizabeth II.: "Abscheuliche Andeutung": Prinz Andrew äußert sich erstmals zu Epstein-Skandal

Wie gut kannten sich Prinz Andrew und US-Unternehmer Jeffrey Epstein? Trotz des Suizides des 66-Jährigen gehen die Ermittlungen wegen Missbrauchs Minderjähriger weiter - und der Sohn der Queen gerät immer mehr unter Druck.

Prinz Andrew

Prinz Andrew ist der mittlere Sohn von Königin Elizabeth II.

AFP

Neun Tage nach dem Suizid des mutmaßlichen Sexualverbrechers Jeffrey Epstein hat sich der britische Prinz Andrew "entsetzt" über die Anschuldigungen gegen ihn in dem Missbrauchsskandal gezeigt. Das Königshaus wies die Vorwürfe gegen den mittleren Sohn von Queen Elizabeth II. erneut zurück, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. "Seine Königliche Hoheit verurteilt die Ausbeutung eines jeden Menschen, und die Andeutung, dass er ein solches Verhalten dulden, daran teilnehmen oder es unterstützen würde, ist abscheulich", erklärte der Buckingham Palast.

Prinz Andrew soll Epstein nach Balmoral eingeladen haben

Die Boulevard-Zeitung "Mail on Sunday" hatte zuvor ein belastendes Video veröffentlicht. Es zeigt angeblich Prinz Andrew im Jahr 2010 im New Yorker Haus des US-Multimillionärs Epstein beim Abschied von einer jungen Frau. Zudem berichtete das Blatt, Prinz Andrew soll Epstein und seine Entourage im Spätsommer 1999 für zwei Tage nach Balmoral Castle, dem schottischen Landsitz der Queen, eingeladen haben. Die Königin soll sich zu diesem Zeitpunkt sogar im Schloss aufgehalten haben.

Ein Jahr später, im Juni 2000, gehörten Epstein und seine enge Freundin Ghislaine Maxwell angeblich zu den Gästen einer Party, die auf Schloss Windsor stattfand. Damals wurde unter anderem der 40. Geburtstag von Prinz Andrew gefeiert.

Virginia Giuffre, eine der Hauptzeuginnen im Fall Epstein, sagte 2016 aus, sie habe als Minderjährige Sex mit Prinz Andrew gehabt. Der Buckingham Palast hat die Anschuldigung stets zurückgewiesen.

Jeffrey Epstein beging Suizid in der Gefängniszelle

Epstein war vor eineinhalb Wochen tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden worden. Am Sonntag bestätigte ein Gerichtsmediziner, dass sich der Ex-Investmentbanker erhängt habe. Der 66-Jährige soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Bei einer Verurteilung hätten Epstein, der gute Kontakte zu Politikern und Prominenten pflegte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht. Zu seinen Freunden zählten einst Ex-US-Präsident Bill Clinton und der heutige Präsident Donald Trump.

Auch Prinz Andrew wird in Berichten häufig als Freund Epsteins genannt. Er war zehn Jahre lang britischer Sondergesandter für internationalen Handel und Investment. Nach massiver Kritik an seinen Beziehungen zu Epstein und anderen kontroversen Persönlichkeiten gab er den Posten 2011 jedoch auf.

jum/AFP