Neues im Fall Andrew Mountbatten-Windsor, ehemals Prinz Andrew: Gegen den Bruder von König Charles wird wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch ermittelt, im Februar war er deswegen kurzzeitig verhaftet worden. Jetzt wenden sich die Ermittler mit einem Aufruf an die Bevölkerung, sich mit Hinweisen zu melden – auch zu möglichem sexuellem Missbrauch.
Wie die BBC berichtet, fürchtet die Polizei, dass Zeugen glauben könnten, ihre Ermittlungen konzentrierten sich ausschließlich auf den Vorwurf, Andrew Mountbatten-Windsor habe in seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter zwischen 2001 und 2011 einen vertraulichen Bericht mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geteilt. Dabei sei die Untersuchung gegen den Sohn der Queen längst auf weitere Delikte ausgeweitet worden – darunter Korruption und sexuelle Übergriffe, wie auch die „Daily Mail“ berichtet.
Die Thames Valley Police ruft deshalb die Öffentlichkeit dazu auf, mögliche Opfer zu melden: „Wir hoffen, dass sich alle, die über relevante Informationen verfügen, melden, sobald sie bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten. Unsere Tür steht jederzeit offen“, so die Beamten.
Es war Wunsch der Queen, dass Andrew Handelsbeauftragter wird
Bei einer Razzia in Andrews ehemaligem Anwesen, der Royal Lodge in Windsor, und seinem neuen Wohnsitz auf dem Sandringham Estate in Norfolk beschlagnahmte die Polizei nach seiner Verhaftung Beweismittel, die seither sorgfältig ausgewertet werden.
Kürzlich erst wurden Dokumente zu Andrews Ernennung zum Handelsbeauftragten veröffentlicht, die belegen, dass Andrews Mutter, die 2022 verstorbene Queen Elizabeth II., darum gebeten hatte, ihm diesen Posten zu geben. Das geht aus einem an das Außenministerium adressierten Schreiben aus dem Jahr 2000 hervor: Ihr sei es „sehr wichtig“, dass Andrew eine „prominente Rolle bei der Förderung nationaler Interessen“ übernehme, heißt es darin.
Die Ermittlungen der britischen Polizei gegen den ehemaligen Prinzen wurden durch die Veröffentlichung von Akten des US-Justizministeriums zum Fall Epstein ausgelöst. Die Thames Valley Police hat bisher jedoch keinerlei offizielle Informationen des Ministeriums erhalten und ist daher auf öffentlich zugängliches Material angewiesen.
Epstein, der 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt wurde, starb 2019 in einem New Yorker Gefängnis, während er auf seinen Prozess wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung wartete.
Mountbatten-Windsor hat jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit seiner Verbindung zu Epstein stets bestritten und jeglichen persönlichen Vorteil aus seiner Tätigkeit als britischer Handelsbeauftragter dementiert.