HOME

Der unkooperative Royal: "Es ist an der Zeit, mit den Spielchen aufzuhören": Prinz Andrew steht unter Beschuss

Nachdem er angekündigt hatte, die Ermittlungen im Epstein-Fall zu unterstützen, tut Prinz Andrew nun genau das Gegenteil. Empörend, finden sowohl die Opfer-Anwälte als auch Andrews mutmaßliches Opfer Virginia Roberts Giuffre. 

Prinz Andrew

Prinz Andrew

Picture Alliance

"Natürlich bin ich bereit, bei Bedarf jeder geeigneten Strafverfolgungsbehörde bei ihren Ermittlungen zu helfen" - das sagte Prinz Andrew in seinem offiziellen Rücktritts-Statement kurz nach seinem desaströsen BBC-Interview im November. Jetzt, wenige Wochen später, kann man feststellen: Prinz Andrew hält sein Wort nicht.

Prinz Andrew ist unkooperativ

Wie US-Medien übereinstimmend berichten, haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das FBI versucht, den britischen Royal über seine Anwälte zu kontaktieren. Der 59-Jährige war über Jahre lang eng befreundet mit dem mittlerweile verstorbenen Jeffrey Epstein. Der US-amerikanische Anwalt Geoffrey Berman gab am Montag vor Epsteins ehemaliger Villa in Manhattan eine kurze Pressekonferenz, in der er Prinz Andrew an den Pranger stellte. "Er bot öffentlich an, mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten", so Berman, doch nun leiste er "null Kooperation".

Lisa Bloom, die fünf von Epsteins mutmaßlichen Opfern vertritt, zeigte sich entsetzt über die fehlende Hilfsbereitschaft des britischen Royals. "Prinz Andrew selbst wird des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt und er hat auch viel Zeit mit Jeffrey Epstein verbracht. Es ist also an der Zeit, mit den Spielchen aufzuhören und sich zu melden, um das Richtige zu tun und Fragen zu beantworten", sagte Bloom BBC News Today. 

Blooms Mutter Gloria Allred, die ebenfalls Anwältin ist und fünf weitere Epstein-Ankläger vertritt, legte noch nach. "Wenn er nichts Falsches getan hat, was er behauptet, warum spricht er dann nicht mit den Strafverfolgungsbehörden? Keine Antwort ist gleichbedeutend mit null Kooperation. Das ist lächerlich. Es ist einfach nicht akzeptabel", sagte Allred der BBC. Und sie deutete an, man könne Andrew auch vorladen lassen. Eine Option, die vor allem dann gezogen werden würde, sollte er je wieder in die USA reisen.

Auch Virginia Roberts Giuffre meldet sich

Doch nicht nur die Anwälte sind schockiert über das Verhalten des unkooperativen Prinzen. Auch sein mutmaßliches Opfer Virginia Roberts Giuffre, meldete sich über ihren Rechtsbeistand. Sein Verhalten werfe noch mehr Fragen "über die Rolle auf, die er im internationalen Sexhandelsring, den Jeffrey Epstein und andere betrieben haben, gespielt hat". 

Weder der Buckingham Palast noch Prinz Andrew selbst haben sich zu den neuen Vorwürfen geäußert. 

Quellen: Statement Duke of York"BBC" 

ls