Promis an der Uni Lektion fürs Leben


"Professor" Cameron Diaz? Ja, richtig gehört. Die Schauspielerin hat jüngst als Gastdozentin an der amerikanischen Elite-Universität Stanford für überraschende Bewusstseinserweiterung gesorgt.
Von Caroline Werner

Mit einem unangekündigten Besuch hat Hollywoodstar Cameron Diaz an der amerikanischen Elite-Universität Stanford für eine angenehme Überraschung gesorgt. "Hi, I'm Cameron", eröffnete die Schauspielerin ihren ersten selbst gegebenen Hochschulkurs - eine Vorlesung über umweltfreundliches Design. Selten war Umweltschutz so spannend.

Cameron Diaz interessiert sich schon immer für Naturwissenschaften, Umweltfragen und Forschung. Wären da nicht das Modeln und Schauspielern, sie wäre Zoologin oder Ozeanologin geworden, sagte sie vor kurzem in einem Interview. Sie finde es faszinierend, wie die Welt funktioniert.

"Sie sind so enthusiastisch!"

Vor 35 wissbegierigen Studenten betonte die 33-Jährige die wichtige Rolle der Wissenschaft beim Naturschutz: "Wir werden immer effizienter, verschwenden aber unsere natürlichen Ressourcen. Also warum nicht jetzt anfangen und Produkte mit umweltgerechtem Design entwerfen? Es ist eure Generation. Also lasst uns Gebäude kreieren, die 'besser' statt 'schlechter' sind."

Diaz, bekannt aus Filmen wie "Drei Engel für Charlie" und "Verrückt nach Mary", ist mit dem Lehrbeauftragten Mc Donough befreundet, der sie in sein Seminar eingeladen hatte. Über ihre Gastprofessor äußerte sich die Schauspielerin begeistert: "Ich mag es sehr, mich mit Studenten zu unterhalten. Sie sind so enthusiastisch!"

Promischwemme an den Unis

Während ihres Seminars wurde Diaz für die MTV-Sendung "Stand In" gefilmt, in der auch schon andere Promis als Gastprofessoren an amerikanischen Unis auftraten. Prominente Bewusstseinserweiterung ist nämlich der neueste Trend an amerikanischen Universitäten: Schauspieler, Musiker oder andere Prominente gehen an Hochschulen und halten Vorlesungen in einem Thema, das sie besonders interessiert.

In der vergangenen Woche sprach beispielsweise Madonna am New Yorker Hunter College vor einer kleinen Gruppe Filmwissenschaftler über das Geheimnis ihres Erfolgs. "Ich wollte anders sein, ich wollte jemand sein. Ich habe nie akzeptiert, was andere Menschen über mich gesagt haben."

Bio mit Melissa Etheridge

Auch die Musikerin Melissa Etheridge überraschte die Akademiker. Teilnehmer des Kurses "Biologie des Krebses" der Universität von Columbia konnten mit der Sängerin diskutieren, die selbst an Brustkrebs erkrankt gewesen war.

Etheridge sprach über medizinische, soziologische und psychologische Auswirkungen der Krankheit auf die Gesellschaft und das Individuum. Sie klärte die Studenten darüber auf , wie man mit einem Geschwür leben und umgehen kann. "Ich bin nie etwas begegnet, das so widerstandsfähig ist wie Krebs. Die Krankheit nimmt einen ernsthaft gewaltigen und dunklen Platz in unserer Gesellschaft ein", sagte die Sängerin.

Snoop Dogg und das braune Leder

Auf sportliche Wissensvermittlung setzte Calvin Broadus, besser bekannt unter dem Namen Snoop Dogg: Er coachte für einen Tag das merikanische "Trojan" Footballteam und zeigte der kalifornischen Mannschaft, wie man einen Pass richtig fängt - und wie man ihn wieder fallen lässt.

Eigens für die Sportstunde strich er ein paar Termine aus seinem Kalender und zog sich das rote Football-Trikot der Kalifornier an. Snoop Dogg nahm an Aufwärmübungen teil, stieß einige Football-Dummies nieder und rannte über Hindernisse.

Ganz ohne nachhaltigen Einfluss scheint die Unterrichtsstunde für den Rapper nicht gewesen zu sein: Seit kurzem trainiert er seine eigene Jugend-Football-Mannschaft, die "Snoop Youth Football League" in Los Angeles.

Professor Manson und die Religion

Schock-Rocker Marilyn Manson hingegen wählte ein Philosophieseminar an der Temple Universität in den USA, um zu jungen Akademikern zu sprechen.

Der Musiker erschien in schwarzem Anzug und Krawatte und mit gewohnt stark geschminktem Gesicht. Seinen Namen "Mr. Manson" schrieb er über die gesamte Tafel hinweg, ehe er mit seinem Vortrag über Religion begann. "Ich bin niemand, der Religion nicht respektiert", sagte er. "Aber die Art und Weise, wie Religion eingesetzt wird, um Menschen zu manipulieren, gefällt mir nicht. Wir kreieren uns unsere eigenen Götter und Teufel."


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