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Royal-Wedding-Tagebuch Der Tag danach


Kate&Will, die Touristen und London haben es hinter sich. Nicht alle sind zufrieden. Aber die Sonne lacht. Und eigentlich sind wir doch alle Königinnen und Könige.
Von Sophie Albers, London

Wetterbericht Der Tag nach der Hochzeit beginnt mit strahlendem Sonnenschein. Man kann also ganz unauffällig "Der Tag danach"-Sonnenbrille tragen. Nur beim Wirt im Pub gegenüber sieht es ein bisschen seltsam aus. Nicht nur im Palast wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert (allerdings ohne Queen, die überließ das Feld der Jugend und verzog sich mit Philip nach Schloss Windsor), auch in der Stadt gab es überall und nirgends Wedding Parties: Mal die volle Packung Royalistisch ("Be my Princess"), mal halbherzig Anti ("Princesses and Punks"). Die Tourismusbranche dankt jedenfalls. Eine Million Hochzeits-Besucher sollen in der Stadt gewesen sein. Und die brauchen gerade dringend einen Kaffee - oder zwei, oder drei...

Hochzeitsfieber

Wieder runtergekühlt. Zwar sind einige der Camper am Buckingham Palast geblieben, um den Duke und die Duchess von Cambridge (formerly known as Will&Kate) in die Flitterwochen aufbrechen zu sehen, aber ansonsten ist die Stadt schon wieder sehr aufgeräumt. Nach vier Tassen Kaffee muss ich sagen, dass London eigentlich nie nicht aufgeräumt wirkte. Man erinnere sich nur an die Ordnung des Volkes, das nach der Trauung an den Buckingham Palast zog, oder die sechs unterkühlten Minuten auf dem Balkon. Rückblickend verpasst das der Magie der "Hochzeit des Jahres" eine ziemlich kurze Halbwertzeit.

Royale Gefühle

Die königliche Kälte ist auch Carolin, 23, und ihrer Mutter Carola, 49, aus Herne im Ruhrgebiet aufgefallen. Und die wissen, wovon sie reden, sie waren nämlich im vergangenen Jahr in Schweden bei der Hochzeit von Victoria und Daniel. Echte Royal-Wedding-Touristen! "Diese Hochzeit war anders, als wir es uns vorgestellt haben!", sagt Caroline über Will&Kate. "Viel weniger herzlich. Bei Victoria und Daniel war es pure Liebe. Hier war es eben ... britisch." In Schweden sei die ganze Stadt mit Blumen geschmückt gewesen, und man sei "ganz nah dran" gewesen an den Royals, erinnert sich Carola. In London hatte die Sicherheit erste Priorität. Vor allem die Balkonszene hat Mutter und Tochter gestört: "Bei Victoria und Daniel haben die selbst alle geheult und sich gegenseitig in den Arm genommen. Hier war das so ein Michael-Jackson-Popstar-Feeling", sagt Caroline.

Zum Glück habe ich gerade etwas gefunden, dass die sterile Perfektion ein bisschen ausfranst: Wenn William und Catherine allein miteinander sind, nennen sie einander "Big Willie" und "Babykins". Das wird sich wohl auch nach dem 29. April nicht ändern.

Aussichten

Heute geht es in die Flitterwochen und auf die Flucht vor den Paparazzi. Die werden dem Paar auf Schritt und Tritt folgen. Mitte Mai, so der Plan, kehren William und Catherine zurück nach Anglesley in Wales, wo der Prinz zwei weitere Jahre Militärdienst als Rettungshubschrauberpilot abzuleisten hat. Erste offizielle Reise als Duke und Duchess ist ein Besuch in Kanada und Island Ende Juni. Besonderes Augenmerk wird in der kommenden Zeit allerdings Catherines Bauch gelten: Wie der "Evening Standard" so forsch schreibt, erwarte man eine Schwangerschaft innerhalb der nächsten zwölf Monate. William sei schließlich weniger als elf Monate nach der Hochzeit von Diana und Charles geboren. Queen Elizabeth II. wiederum brachte Charles sechs Tage vor ihrem ersten Hochzeitsjubiläum 1948 auf die Welt.

Fazit

Ich schließe mit den Worten des Erzbischofs von Canterbury, der während der Trauung feststellte, dass alle Hochzeiten königlich seien, mit der Braut als Königin und dem Bräutigam als König. Glaubt man Michael Jacksons Schwester Janet müssen wir nicht mal heiraten, um Königinnen und Könige zu sein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen königlichen Tag!


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