Schönheits-OPs Hässliche Enten und alternde Schwäne


Kaum jemand in Hollywood kommt heutzutage noch ohne Schönheitsoperation aus. Und kaum jemand gibt es zu. Dietmar Löffler, Facharzt für plastische Chirurgie an der Düsseldorfer Kö-Klinik, hat den Promis für stern.de auf die Nasenspitze geschaut.
Von Monique Berends

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Für viele Frauen lautet die Antwort: "Ganz bestimmt nicht ich. Aber was nicht ist, kann ja noch werden." Schönheitsoperationen sind begehrt wie nie, und das nicht nur unter Prominenten.

Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie wurden 2004 etwa 700.000 ästhetisch-plastische Operationen in Deutschland durchgeführt. Die Popularität von kosmetischen Operationen lässt vermuten, dass die Zahlen für das Jahr 2005 ähnlich ausfallen. Der Großteil der Patienten sind Frauen, etwa 80 Prozent, doch die Männer holen auf. Doch das ist nicht alles - die Patienten werden immer jünger. Schon jetzt ist ein Viertel der Patientinnen zwischen 15 und 25 Jahre alt, Tendenz steigend. Das amerikanische Schönheits-Virus grassiert auch in Deutschland; nicht selten kommt es vor, dass Jugendliche sich zum 18. Geburtstag statt eines Führerscheins eine Schönheitsoperation wünschen.

Während seiner Laufbahn hat Chefarzt Dietmar Löffler von der Düsseldorfer Kö-Klinik annähernd 10.000 Patienten unter seinem Skalpell gehabt. Er und seine sechs Kolleginnen, die in der Privatklinik tätig sind, haben sich jeweils auf ein Fachgebiet spezialisiert. Das heißt aber nicht, dass Nasenspezialist Löffler nicht auch eine Brustvergrößerung vornehmen könnte. Seine umfassende Ausbildung zum Facharzt für plastische Chirurgie berechtigt ihn dazu, diesen geschützten Titel zu tragen. Er garantiert dem Patienten, dass er sich in die Hände eines Arztes begibt, der speziell für die kosmetische Verschönerung, oder, im Fall von Brandopfern, Wiederherstellung eines Körpers ausgebildet wurde.

Kenner ist nicht gleich Könner

Das kann nicht jeder deutsche Schönheitschirurg von sich behaupten. Denn im Prinzip darf sich jeder Chirurg Schönheitschirurg nennen, da diese Bezeichnung nicht geschützt ist. Somit darf prinzipiell auch jeder Chirurg Hand anlegen, um kosmetische Korrekturen vorzunehmen. Nur heißt das nicht, dass er auch die Fähigkeiten dazu besitzt. Löffler rät dazu, sich auf jeden Fall von einem Facharzt für plastische Chirurgie operieren zu lassen. Nur so verhindert man, womöglich an einen Zahnarzt zu geraten, der eine Nasenkorrektur vornimmt. Wie der "Spiegel" berichtete, hat es in Hamburg tatsächlich einen solchen Fall gegeben. Die Patientin starb nach dem Eingriff.

Natürlich muss eine kosmetische Operation kein so böses Ende nehmen. In den meisten Fällen geht alles gut. Doch auch wenn man von einer erfolgreichen OP spricht, bedeutet das noch nicht, dass das Ergebnis schön ist.

Löffler hat für stern.de Fotos von Prominenten begutachtet und beurteilt, ob die Kandidaten operiert wurden und wie gelungen diese Eingriffe sind. Auch wenn diese OPs vermutlich von Profis vorgenommen wurden, hat Löffler für die meisten Resultate nur eine vernichtende Kritik übrig. Dies sei nicht zwingend die Schuld der Operateure: Oft lassen sich die prominenten Patienten von ihren Plänen nicht mehr abbringen. Die Gesundheit steht im Hintergrund, wenn es darum geht, auch weiterhin mit jungen Konkurrentinnen mithalten zu können. Das Ergebnis sind oft zu große Brüste, eine festgefrorene Mimik und Lippen wie Autoreifen.


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