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Twitter-Ärger "Schwarze Schwäne": Hamburger Polizei erntet heftige Kritik nach Tweet über Rettungsaktion

Diese Stellungnahme veröffentlichte die Polizei nach dem umstrittenen Tweet
Diese Stellungnahme veröffentlichte die Polizei nach dem umstrittenen Tweet
© Twitter/Polizei Hamburg
Die Hamburger Polizei hat mit einem Tweet zu einer Schwanenrettung für Empörung gesorgt. Inzwischen haben die Beamten den Beitrag gelöscht und eine Stellungnahme veröffentlicht - doch auch die kommt nicht bei jedem gut an. 

Mit einem Tweet über eine Tierrettung hat sich die Hamburger Polizei Ärger im Internet eingefangen. Die Beamten twitterten ein Foto, das sie dabei zeigt, wie sie eine Schwanenfamilie auf einem Gehweg begleiten. Dazu schrieben sie: "Immer schön der Reihe nach", hieß es heute Morgen bei einem Einsatz in #Billstedt. Eine Schwanenfamilie hatte sich offenbar verirrt und erhielt daraufhin 'Begleitschutz'. Hätten wir übrigens auch für schwarze Schwäne gemacht."

Offenbar sollte der letzte Satz eine Anspielung auf die aktuelle weltweite Rassismus-Debatte sein, ausgelöst durch den in den USA durch Polizeigewalt zu Tode gekommenen Afroamerikaners George Floyd. 

Polizei erklärt Tweet: "Weder witzig noch verletztend gemeint"

Nur kurze Zeit später löschten die Beamten den Tweet und veröffentlichten unter dem Hashtag #ausGründen eine Stellungnahme zu dem Fall, der demnach für reichlich Empörung gesorgt hatte.  "Aktuell erhalten wir zu diesem Tweet deutliche Kritik. Unser Anliegen war es, metaphorisch erneut deutlich zu machen, dass wir für alle da sind und unsere Maßnahmen unabhängig von Aussehen, Geschlecht, Herkunft oder religiösem Hintergrund einer Person treffen", heißt es dazu. Der Tweet sei "weder witzig noch verletzend gemeint" gewesen, "sondern sollte diese Selbstverständlichkeit unseres Polizeialltags betonen." Gleichwohl habe man die Wirkung des Tweets auf viele Menschen und die Sensibilität des Themas offenbar unterschätzt und "nicht das nötige Fingerspitzengefühl bewiesen." 

Lob und Kritik für Stellungnahme

Doch trotz der Erklärung reagierten viele Twitter-User mit Unverständnis. "Entschuldigung geht anders", kommentierte einer. "#ausGründen... des fehlenden Verständnis für strukturelle Diskriminierung und der Verharmlosung des Rassismus durch die Polizei - das fehlt in eurem Statement!", schrieb eine Userin.

Allerdings zeigten auch einige Verständnis für die Polizei.

"Ihr tut mir echt leid. Wahrscheinlich haben Tausende den Tweet so verstanden, wie er gemeint war. Und dann gibt es die 1% Oberschlauen, die lautstark mit der Ethik-/Moralkeule kommen und solche Tweets nicht verstehen wollen oder können. Schade...", schrieb einer.

Ein anderer wiederum lobte die Reaktion der Beamten: "Gut gemeinter Post und vor allem sehr professionell  und vorbildlich reagiert. Gut gemacht!"

Quelle: Twitter

jek / <br/>

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