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Sicherheitslücke: "Bombenanschlag" auf Schloss Windsor

Terroristen hätten leichtes Spiel auf Schloss Windsor, denn Bombenleger können auf dem Anwesen von Königin Elizabeth II. offenbar ungehindert ein- und ausgehen - und das zwei Tage vor Prinz Charles' Hochzeit auf Windsor.

Sicherheitspanne vor der Hochzeit von Prinz Charles und Camilla Parker Bowles auf Schloss Windsor: Zwei Journalisten der "Sun" sind ungehindert mit einer Bombenattrappe in einem gemieteten Kleintransporter auf das Anwesen von Königin Elizabeth II. gefahren. Am Samstag will dort der Thronfolger heiraten. Scotland Yard sprach von einem "offensichtlichen Sicherheitsbruch", der zu "ernster Sorge" Anlass gebe und ordnete umgehend eine eingehende Untersuchung des Vorfalls an.

Wie die "Sun" am Donnerstag berichtete und mit Fotos und Filmaufnahmen belegte, war alles "absurd einfach". Ein Reporter und ein Fotograf fuhren als Lieferwagenfahrer verkleidet und mit einem gefälschten Lieferschein ausgestattet zum Schloss. Obwohl sie keinen eigentlich zwingend notwendigen Sicherheitspass besaßen und auch nicht vorher angemeldet waren, wurden sie von den Sicherheitskräften auf das Schlossgelände gelassen. Ihr Fahrzeug sei nicht einmal durchsucht worden, hieß es weiter. Dabei befand sich im Laderaum nach den Angaben ein braunes Paket mit der Aufschrift "Bombe".

Mit dem Wagen fuhren sie ungehindert auch an der St. George’s Kapelle vorbei, wo Charles und Camilla den kirchlichen Segen erhalten sollen. Die Journalisten gelangten dann nach eigenen Angaben bis zur Zufahrt zu den Privatgemächern der Queen, die sich zur Zeit des Vorfalls auf dem Schloss aufhielt. Erst am Wochenende waren zwei Touristen bis unter das Schlafzimmerfenster der Queen vorgedrungen.

DPA / DPA