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Soul-Göre: Die gefährlichen Liebschaften der Amy Winehouse

Amy Winehouse ist die beliebteste Sängerin Großbritanniens - und bisher ein sicherer Kassenschlager. Doch ihre fatale Liebe zu Blake Fielder-Civil, einem Verlierer und derzeitigem Knasti, droht die Karriere der talentierten Künstlerin zu zerstören.

Von Shila Behjat, London

Ihr Mann hinter Gittern, sie selbst hat Drogenprobleme und Essstörungen, vermutlich einen Hang dazu, sich selbst zu ritzen. Klingt nicht wie ein der Traum von einem Leben? Wäre es auch nicht, gäbe es da nicht auch noch die andere Seite der Reality-Soap "Amy Winehouse". Mit zarten 24 Jahren ist sie die meist gefeierte Sängerin Großbritanniens. Doch nun scheint sie gefangen in ihrer selbstzerstörerischen Liebe zu Ehemann Blake Fielder-Civil - und bringt damit auch ihre Karriere in Gefahr.

Tausende euphorische Fans mussten sich in dieser Woche damit abfinden, dass die Sängerin ihre ausverkaufte Tour durch England, Wales und Irland abbrach - die Absage kam nur zwei Stunden vor ihrem Auftritt im Bournemouth International Centre, eines von 17 geplanten Konzerten. Viele der Fans waren da schon angereist. Auf Anraten ihres Arztes sehe sie von weiteren Auftritten bis Ende des Jahres ab, so ein Statement. Damit schaffte es Amy Winehouse auf den Titel der "Times". Ihre Fans seien "wütend, aber nicht überrascht", so das Fazit der Zeitung.

"Die Anstrengungen der Tour und der immense emotionale Druck unter dem Amy in den letzten Wochen stand, haben ihren Tribut gefordert", ließ die Plattenfirma Island Records verlauten. Winehouse müsse nun "ausspannen und sich um ihre Gesundheit kümmern", hieß es. Die Sängerin selbst jedoch verriet den wahren Grund für die Konzertabsagen: "Ich kann auf der Bühne einfach nicht alles geben ohne meinen Blake. Ich möchte die Shows nicht halbherzig machen."

Blake Fielder-Civil ist Winehouses Fans und ihrer Familie ein Dorn im Auge

Blake Fielder-Civil. Kaum sieben Monate nach der Blitzhochzeit in den USA steht er für alles, was die Menschen nicht an Amy Winehouse mögen. Nachdem er am 10. November seine Haftstrafe angetreten hatte, hegten Fans und Familie die leise Hoffnung, Amy Winehouse könne sich von ihm lösen. Winehouses Mutter Janis gab dem "Daily Telegraph" zu Protokoll, wie erleichtert sie sei, dass Amy nun Abstand habe. "Amy versteht es noch nicht, aber es tut ihr gut, dass er nicht bei ihr ist". Die leise Vermutung: Würde der Verlust Amy womöglich zu einem erneuten Geniestreich inspirieren, wie er ihr mit ihrem Album "Back to Black" gelungen war? "Back to Black", das sie als Folge einer Trennung von Fielder-Civil geschrieben hatte, ging weltweit 3,3 Millionen Mal über den Ladentisch, ist damit im Jahr 2007 das meist verkaufte Album Großbritanniens. Winehouse nahm, für die Platte den Brit Award und ihren zweiten "Ivor Novello Award" entgegen.

Doch statt sich ins Studio einzuschließen, lässt die Sängerin die Welt mit ansehen, wie sie sich leidend und kränklich zu den Besuchszeiten ins Gefängnis zu ihrem Ehemann schleppt. Tapfer sorgt sie weiter allein für die üblichen Schlagzeilen, die Blake Fielder-Civil und sie sonst gemeinsam gemacht haben. Auf einem einstündigen Flug nach Belfast suchte Amy alle 15 Minuten die Toilette auf, wurde dann von einer genervten Stewardess beim Rauchen geschnappt. Laut "Daily Mirror" sei Winehouses Rückzieher beinahe vorhersehbar gewesen: Ihr Debütkonzert in Birmingham war von Buhrufen begleitet, nachdem eine verlorene Amy Winehouse auf die Bühne stolperte, verwirrt herum stammelte und schließlich ihre verärgerten Fans anbrüllte: "Wartet nur, bis mein Mann wieder aus der Einkerkerung heraus kommt. Und das meine ich ernst!" Damit bestätigte Winehouse alle Bedenken, zerschlug jede Hoffnung. Blake Fielder-Civil, so die "Daily Mail", habe wirklich den befürchteten schlechten Einfluss, habe sie "voll in seinem Griff".

Musikalisch gereift, privat versackt

Seit ihrem Debütalbum "Frank" aus dem Jahr 2003 ist Amy Winehouse musikalisch gereift. Privat hingegen ging es für die Sängerin stetig bergab. Nicht nur optisch hat sich die Sängerin in den vergangenen vier Jahren verändert. Ein junges lustiges Mädchen mit riesigen Augen und einer Spur Ironie, so sah man sie auf dem Cover von "Frank"

Von Humor ist jedoch heute keine Rede mehr. Einsitzen in Norwegen für Drogenmissbrauch, blutverschmierte Auftritte, öffentliches Erbrechen, die Haftstrafe des Ehemannes - das alles gehörte in diesem Jahr, ihrem erfolgreichsten, zu Amy Winehouses Image als Rockstar. Welches Genie war nicht auch ein wenig irre, ein wenig lebensmüde und extrem? Doch die Tourabsage trifft erstmals einen wunden Punkt in einem knallharten Geschäft: Der entstandene Schaden beliefe sich auf mindestens 500.000 britische Pfund (rund 750.000 Euro), so die "Times". Viel schlimmer ist jedoch: Auch aus den erwarteten 1,12 Millionen britischen Pfund zusätzlichen Einnahmen wird in diesem Jahr wohl nichts werden. Harte Zeiten für Amy Winehouse.