Staatsanwaltschaft "Isolations"-Haft für Paris Hilton


Zelle statt Luxusleben: US-Hotelerbin Paris Hilton ist wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen zu 45 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Die 26-Jährige soll die Strafe am 5. Juni im Frauengefängnis von Lynwood antreten. Zu ihrer eigenen Sicherheit wird sie getrennt von den Mitinsassinnen untergebracht werden.

Viel Zeit fürs Kofferpacken bleibt ihr nicht mehr: In nicht mal einen Monat muss Hotelerbin Paris Hilton hinter Gitter. Die 26 Jahre alte Hotelerbin und Schauspielerin muss für 45 Tage hinter Gitter, weil sie gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat und ohne Führerschein Auto gefahren ist. Die Haftstrafe müsse bis zum 5. Juni angetreten werden, verfügte Richter Michael Sauer vom Obergericht in Los Angeles entschied.

Hilton war im Januar wegen Alkohols am Steuer mit einer Bewährungsstrafe belegt worden. Richter Michael Sauer schloss in seinem Urteil am Freitag jegliche Hafterleichterungen aus. Hilton darf das Frauengefängnis nicht für berufliche Tätigkeiten verlassen, sie bekommt keinen Hafturlaub, darf sich keine andere Strafanstalt aussuchen, und auch eine alternative Haft per elektronischer Überwachung kommt nicht in Frage. Hilton müsse gewusst haben, dass gegen sie ein Fahrverbot bestand. Indem sie sich dennoch hinters Steuer gesetzt habe, habe sie gegen ihre Bewährungsauflagen verstoßen, sagte Sauer. Der Richter bezeichnete eine entlastende Aussage von Hiltons Assistenten Elliott Mintz als wertlos.

Mintz hatte gesagt, Hilton habe geglaubt, ihr Fahrverbot sei auf 30 Tage befristet gewesen. In dieser Zeit sei sie auch nicht gefahren. Er habe sie dann in der Ansicht bestätigt, ihr Führerschein sei wieder in Kraft. «Ich kann nicht glauben, dass ihr keiner ihrer Anwälte gesagt haben soll, dass das Fahrverbot noch immer gilt», sagte Sauer. "Sie wollte alles ignorieren, was entschieden wurde, und einfach weiter fahren." Hilton zeigte sich einsichtig: "Es tut mir aufrichtig Leid, und ich werde künftig immer alles beachten. Es tut mir Leid, dass ich das nicht immer getan habe."

Beim Verlassen des Gerichtsgebäudes äußerte sie sich nicht vor den wartenden Journalisten. Ihre Mutter Kathy zeigte sich verärgert über das Urteil: "Das ist erbärmlich und ekelhaft, eine Verschwendung von Steuergeldern. Das ist ein Witz." Hiltons Verteidiger Howard Weitzman erklärte, er sei schockiert und überrascht über die Entscheidung, und kündigte Berufung an.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Nick Velasquez, sagte, Sauers Entscheidung zeige, dass niemand über dem Gesetz stehe. Hilton wird sich an einen Wohnraum gewöhnen müssen, der kleiner ist als ihr Kleiderschrank: Nach Angaben der Gefängnisleitung soll sie in einer etwa 3,5 mal 2,5 Meter großen Einzel- oder Doppelzelle mit Toilette, Waschbecken und einem kleinen Fenster untergebracht werden. Drei Mal am Tag wird sie etwas zu essen bekommen, davon eine warme Mahlzeit. Zu ihrer eigenen Sicherheit wird die Millionerbin getrennt von den übrigen Insassinnen untergebracht werden. Hilton war nur einen Monat nach Verhängung der Bewährungsstrafe auf dem Sunset Boulevard in Los Angeles zu schnell unterwegs und hatte zudem das Licht nicht eingeschaltet. Sie wurde von einer Polizeistreife gestoppt, die dann feststellte, dass sie ohne Führerschein unterwegs war. Sollte sie ihre Strafe nicht pünktlich am 5. Juni antreten, verdoppelt sich ihre Haft auf 90 Tage.

Daisy Nguyen/AP AP

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