Stars auf der Spur Wo Heidi Klum zu Abend isst


In Manhattan wimmelt es nur so von Stars. Doch tatsächlich Heidi Klum oder Leonardo DiCaprio zu treffen ist eher unwahrschlich. Eine Internet-Seite verspricht jetzt Abhilfe und verrät, wer wo gerade zu Abend isst.
Von Jens Maier

"Dienstag, 4. April, 14 Uhr in New York: Bo Derek isst im Restaurant "La Vineria" an der 55. Straße. Sie sitzt direkt im Fenster mit dem Rücken zur Straße." Wo Bo Derek in Manhattan zu Mittag speist, Gwyneth Paltrow Spielzeug kauft oder Isabella Rossellini den Hund ausführt, können Fans live im Internet miterleben. Die Webseite "Gawker Stalker" (auf deutsch etwa: glotzender Verfolger) macht es möglich. Die Informationen kommen von den Usern selbst. Wer einen Star sichtet, schickt eine Mail. Die Daten werden dann mit Datum und Uhrzeit ins Netz gestellt. Zur besseren Orientierung zeigt ein Stadtplan von Manhattan, wo die Promis gesichtet wurden.

Fans, die einen Blick auf ihren Lieblingsstar erhaschen wollen, können es sich mit ihrem Laptop bewaffnet in einem Cafe in Midtown bequem machen und müssen lediglich Geduld mitbringen. Während sie gemütlich an ihrem Latte Macchiato schlürfen, taucht um die Ecke vielleicht schon der nächste Star auf. Dank Wireless-Lan lässt sich das auf der Website von "Gawker Stalker" (www.gawker.com/stalker) vom Cafe aus beobachten. Am 22. März um 16 Uhr war beispielsweise der Eintrag zu lesen: "Ich sah Karl Lagerfeld, wie er an einer grünen Ampel durch den fast stehenden Verkehr ging. Er tänzelte über die Straße, der Verkehr wurde noch langsamer. Er trug einen Blazer, dunkelgraue Hosen und einen Hut. Ein Schal war auch dabei. Sein Haar sah gut und gesund aus."

Und wer Glück hat, bekommt gleich mehrere Promis zu sehen. Am vergangenen Montag zum Beispiel, trieb sich eine ganze Armada von Stars in Manhattan rum: Leonardi DiCaprio mit einer netten Blondine, Julia Roberts im Central Park, Marky Mark am Broadway, Gwyneth Paltrow im Spielzeugladen und Mia Farrow beim Arzt. Zumindest wenn man der Seite Glauben schenkt, denn überprüft werden die Daten nicht.

"Keiner schert sich hier um dich"

Interessant ist, dass New Yorker bei dem Spiel mitmachen. Denn bisher galt es als gute Sitte in der Metropole, Stars in Ruhe zu lassen. Man sieht, erkennt, grüßt vielleicht und geht weiter. Später erzählt man es seinen Freunden. Horden von schreienden Fans sind am Hudson höchst selten. Dies war bisher ein Grund, dass Prominente New York bevorzugt haben. "Keiner schert sich hier um dich. London dagegen? Vergiss es. Man macht am Morgen den Vorhang auf und hat eine Kamera vor der Nase. Das ist nicht zivilisiert", sagte Rockmusiker David Bowie einmal in einem Interview.

Mit seiner Frau, Supermodel Iman, und Töchterchen Alexandria Zahra konnte er bisher immer gemütlich in Cafés im Stadtteil Soho sitzen. "Sex And The City"-Schauspielerin Sarah Jessica Parker geht mit Sohnemann James Wilke unbehelligt spazieren, Oscar-Gewinnerin Hilary Swank nimmt die U-Bahn nach Hause.

Promis in Gefahr

Den Stars selbst ist die Internetseite ein Dorn im Auge. Ken Sunshine, Pressesprecher von Hollywood- Schauspielern wie Leonardo DiCaprio, Ben Affleck und dem Musiker Justin Timberlake, findet die Webseite "skandalös" und gefährlich für seine Klienten. "Es ist eine Einladung für jede Menge Spinner, wenn nicht sogar Psychopaten", sagte er. Die Chefredakteurin der Seite Gawker.com, Jessica Coen, sieht das nicht so eng: "Wenn jemand wirklich plant, einem Star zu schaden, dann findet er die Informationen dazu auch ohne unsere Seite".

Ähnliche Foren gibt es auch schon längere Zeit auf deutsch. Vorreiter war die Internet-Seite der Höflichen Paparazzi (www.hoeflichepaparazzi.de). User können ihre Begegnungen mit Prominenten auf der ganzen Welt verewigen. Gesucht werden Protokolle von Menschen, die eine zufällige, kleine Begegnung mit Berühmtheiten hatten, also keine irgendwie mutwillig herbeigeführten. Im Vordergrund steht dabei nicht die pure Information, wo und wann die Begegnung war, sondern vor allem wie es zur Begegnung kam. Userin Maza zum Beispiel erzählt ausführlich, wie sie eine Nacht mit einem der Backstreet Boys verbringen konnte. Ob die Geschichte stimmt, bleibt letztendlich auch hier ihr Geheimnis.

Mit Material von DPA

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