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Streit mit Leibwächter: Niederlage für Franjo Pooth vor Gericht

Franjo Pooth hat im Gerichtsstreit mit seinem ehemaligen Bodyguard den Kürzeren gezogen: Er darf nun nicht mehr behaupten, der Ex-Angestellte sei bei ihm eingebrochen und habe private Unterlagen gestohlen.

Pleite-Unternehmer Franjo Pooth hat im Streit mit einem früheren Leibwächter seiner Familie vor dem Düsseldorfer Landgericht eine Niederlage erlitten. Die Zivilkammer bestätigte am Mittwoch eine einstweilige Verfügung gegen Pooth, mit der sich der Bodyguard gegen rufschädigende Äußerungen des 39-Jährigen gewehrt hatte.

Der Ehemann von Werbestar Verona Pooth hatte mitten in der Schlammschlacht um die Millionenpleite seiner Firma "Maxfield" in einem Interview erklärt, der Ex-Leibwächter sei in das Haus der Familie eingebrochen und habe private Unterlagen gestohlen. Er behauptete zudem, dass die Sicherheit bei einem Personenschützer dieser Art nie gewährleistet gewesen sei.

Der Bodyguard hatte daraufhin im Juni eine einstweilige Verfügung gegen die Äußerungen erwirkt. Pooth legte Widerspruch ein und zog vor das Landgericht Düsseldorf. Die Zivilkammer gab dem Personenschützer nun jedoch recht und wertete die Äußerungen Pooths als ehrverletzend und herabwürdigend. Pooth habe nicht glaubhaft machen können, dass die Behauptungen tatsächlich der Wahrheit entsprächen, sagte der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Wirtz.

Ordnungsgeld droht

Dass der Name des Bodyguards in dem Interview nicht erwähnt werde, sei dabei unerheblich, hieß es in der Begründung weiter. Durch das regelmäßige öffentliche Auftreten des Personenschützers im Zusammenhang mit der Familie Pooth sei er deutlich als derjenige zu erkennen gewesen, auf den sich die Interview-Äußerungen beziehen würden. Sollte sich Pooth, der nicht vor Gericht erschien, weiterhin ähnlich über seinen ehemaligen Angestellten äußern, droht ihm eine Ordnungsgeldstrafe.

Der Anwalt des Leibwächters, Michael Heinz, erklärte, das Urteil sei eine Genugtuung für seinen Mandanten. "Die Öffentlichkeit erfährt jetzt, dass die Behauptungen nicht wahr sind und man solche rufschädigenden Dinge nicht einfach sagen darf", sagte er. Um als Bodyguard arbeiten zu können, sei gerade die Vertrauenswürdigkeit entscheidend. Nun werde er mit seinem Mandanten beraten, ob eventuell auch Schadensersatzansprüche gegen Pooth geltend gemacht würden.

Gegen Verona Pooth hat der Leibwächter wegen gleichartiger Vorwürfe in einem TV-Interview bereits Schmerzensgeldforderungen vor dem Düsseldorfer Landgericht erhoben. Wann es hier zu einer Entscheidung kommt, sei aber noch unklar, sagte eine Gerichtssprecherin.

AP / AP